Korfsmeier/Mroz sagen ein bisschen tschüss

Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um loszulassen? Eine Frage, die sich einige Sportler und Trainer immer wieder stellen, andere offenbar nie. Sandra Mroz und Frauke Korfsmeier haben sich ebenfalls diese Frage gestellt. Und für sich beantwortet mit: „Jetzt.“

Am Saisonende wird das Trainerinnen-Team der PSV Recklinghausen das Amt abgeben.

Durchaus mit einem weinenden Auge. „Einmal PSV, immer PSV: Ich glaube, das trifft’s bei uns am besten“, sagt Sandra Mroz. Wäre es nur nach ihrem Herzblut gegangen, beide hätten wohl in der Halle Nord bis zur Rente weitergemacht.

Aber die Arbeit als Trainer im Leistungsbereich hinterlässt Spuren, „irgendwann ist der Akku mal alle“, sagt die Trainerin. Dazu kommt eine neue berufliche Herausforderung für ihre Kollegin Frauke Korfsmeier. Und einen besseren Zeitpunkt als jetzt, gegen Ende einer für PSV-Verhältnisse glatten Saison, könne man doch gar nicht aufhören.

Sandra Mroz: „Die Fragen: Macht das alles Sinn? Sind wir die richtigen? Schaffen wir das alles?, haben wir uns oft gestellt. Aber klar war: Nach der letzten Saison konnten, durften und wollten wir nicht aufhören.“ Vor zwölf Monaten hatte die personell arg gebeutelte Mannschaft noch gerade eben den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft. Nun steht die PSV auf Rang sechs.

Was eine Verpflichtung für den potenziellen Nachfolger auf der Trainerbank sein dürfte. „Beide hören auf dem Höhepunkt auf“, sagt Teammanagerin Mareike Schüllenbach, die von den Plänen der beiden seit Dezember wusste und die nicht mit Lob für die geleistete Arbeit spart: „Die zwei haben die Mannschaft dahin gebracht, wo sie steht. Wir verfügen über ein Team mit Perspektive. Legst du nach, klopfst du oben an.“

Trainerinnen werden weiter eingebunden sein wie auch Anne Saxe

Wozu die PSV alle Hebel in Bewegung setzt: Mit Agnetha Peters und Haupttorschützin Kristina Seelbach wechseln bald zwei Stützen des Verbandsliga-Zweiten Schwerte-Westhofen in die Halle Nord.

Ganz weg seien Frauke Korfsmeier und Sandra Mroz damit nicht, wie die Teammanagerin sagt: „Wir werden sie weiter einbinden, wie Anne Saxe auch, für die als Spielerin Schluss sein wird. Ob in der Sichtung oder als Urlaubsvertretung werden wir sehen.“

Die Suche nach einem oder einer potenziellen Nachfolgerin auf der Bank läuft auf Hochtouren. Schüllenbach hüllt sich noch in Schweigen. „Es wird keine Experimente geben“, sagt sie. Erfahrung im Damen-Bereich sei vonnöten. Auch Sandra Mroz weiß: „Eine Damenmannschaft zu trainieren ist etwas Spezielles.“ Sie und Frauke Korfsmeier waren vor drei Jahren eingesprungen, als erst Kai Harbach im Dezember 2009 bei der PSV das Handtuch warf und sich auch Interimstrainerin Daniela Hannemann im Mai 2010 zurückzog und die PSV nach dem freiwilligen Abstieg aus der 2. Bundesliga vor einem Neuanfang stand.

Noch sechs Spiele hat die PSV in dieser Saison unter ihrem Trainerinnen-Team zu absolvieren. Das vielleicht undankbarste findet am Samstag in Dortmund statt, wo die PSV in der Vergangenheit meist nie gut aussah. Die Reserve des BVB kämpft dabei noch um den Klassenerhalt. Sandra Mroz: „Bei denen weiß man nie, wer aufläuft. Nach der für mich überraschenden Dortmunder Heimniederlage gegen Menden stellen wir uns auf einen heißen Tanz ein.“

Vielleicht schafft es die PSV-Sieben ja, ein erstes vorgezogenes Abschiedsgeschenk für ihre Trainerinnen zu präsentieren: Zwei weitere Punkte?

INFO Borussia Dortmund II - PSV Recklinghausen; Sa., 16 Uhr – Sph. Wellinghofen

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