Alles, nur kein Freundschaftsspiel

Wer gedacht hatte, die Handballerinnen der PSV Recklinghausen würden nun, mit dem sicheren Klassenerhalt im Rücken, die Saison in der 3. Liga Nord gemütlich ausklingen lassen, der wurde jetzt eines Besseren belehrt. Beim 30:25-Erfolg gegen den MTV Rohrsen ging es zur Sache.

Wozu die Konstellation des 21. Spieltags kräftig beitrug: Zu Gast war der abstiegsbedrohte Aufsteiger MTV Rohrsen, und mit dem hatte die Mannschaft von Sandra Mroz und Frauke Korfsmeier nach einem bereits turbulenten Hinspiel eine Rechnung auf.

So schmeckte der am Ende sicher herausgespielte 30:25 (13:15)-Sieg in der Halle Nord gleich doppelt süß, auch wenn der ein eher bitteres Ende fand: Während sich alle Spielerinnen trotz eines umkämpften, intensiven Spiels friedlich abklatschten, verweigerte Sandra Mroz MTV-Keeperin Michaela Schostag den Handschlag. „Sie weiß schon, warum“, sagt die Trainerin. „Normalerweise passiert mir das nicht. Heute schon.“ Im verloren gegangenen Hinspiel hatte die PSV eine klare Tätlichkeit der Keeperin an Shari Thoms, ein Schlag ins Gesicht, moniert.

Das soll allerdings die gute Leistung von Schostag gestern keinen Abbruch tun. Die Keeperin war in der Halle Nord eine der besten, wurde aber noch getoppt von Iris Schultz im PSV-Gehäuse, die vor allem in der Schlussphase richtig heiß ließ und schwere Bälle gleich reihenweise parierte. Zur Not auch unter Einsatz ihres Wohlbefindens: Auch einen – unglücklichen – Kopftreffer steckte die routinierte Torfrau locker weg.

Dass es von Beginn an kein Freundschaftsspiel werden würde, wurde schon nach 17 Minuten klar. Rohrsens Christin Bormann sah die direkte Rote Karte, weil sie die an ihr vorbei laufende Maren Zimmer kurzerhand in die Trainerbank drückte, ohne dass der Ball in der Nähe war. Auf dem Spielfeld gab es dazu etliche strittige Szenen, mit denen das Gespann Brückner/Zimmermann recht nachsichtig umging. Vielleicht etwas zu nachsichtig…

Jederzeit eng blieben die Spielstände. Bis zur 12. Minute lag die PSV knapp vorne, bis zur 37. dann die Mannschaft von Ex-Nationalspieler Mike Bezdicek, der schon nach zwei Minuten aufmunternde Worte für seine ohnehin aufgeputschte Truppe fand: „Macht mich nicht sauer“, blaffte Bezdicek nach schwachem Beginn von der Bank.

Am Ende setzten sich der größere Wille und die reifere Spielanlage der Recklinghäuserinnen durch. Kathrin Huck sorgte in der 41. Minute für die Vier-Tore-Führung (21:17), die die PSV, bei der vor allem Christina Weber und Alexandra Wolf als Abwehrorganisatorinnen glänzten, mal mehr, mal weniger souverän ins Ziel brachte.

PSV RE: Schultz, Bansberg, Steinhaus – Huck (5), Zimmer (2), Wöstmann (4), Weber (7/5), Wolf (2), Niang, Thoms (3), Imping (6), Marsula (2), Gerick (n.e.), Brühan

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