Mit Bauchgefühl und Bell

Burkhard Bell wird neuer Übungsleiter beim Damen-Drittligisten PSV Recklinghausen. Der 54 Jahre alte Schermbecker wird auf Frauke Korfsmeier und Sandra Mroz folgen, die ihre Ämter am Saisonende abgeben.

Am Ende hatte die Mannschaft das letzte Wort. Bei der Trainersuche bei den Handballerinnen der PSV Recklinghausen für die neue Saison wollte Mareike Schüllenbach keinen Alleingang wagen, zog sich Donnerstagabend zurück und hielt Freitag noch einmal Rücksprache mit Stammkraft Christina Weber.

Das Ergebnis, so berichtet die Teammanagerin, war eindeutig: Die Mannschaft habe sich für Burkhard Bell als neuen Übungsleiter ausgesprochen. Der 54 Jahre alte Schermbecker wird auf Frauke Korfsmeier und Sandra Mroz folgen, die ihre Ämter am Saisonende abgeben.



Auch Sandra Rother hatte in der Halle Nord ihre Bewerbung abgegeben. „Für mich war das ein echtes Luxusproblem, zwei so kompetente Kandidaten auf einmal zu haben“, berichtet Mareike Schüllenbach. Die frühere Zweitligaspielerin Rother, Trainerin von PSV-Ligarivale Borussia Dortmund II, spielte über Jahre bei den Sandgirls, kennt die PSV aus dem Effeff.

Was auch auf Burkhard Bell zutrifft. „Iris Schultz hat unter mir angefangen und ich habe sie dann später, als es in Schermbeck für sie keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr gab, zu Thommy Wyrwoll an die PSV vermittelt“, sagt Burkhard Bell. „Seitdem schaue ich immer wieder auf die Mannschaft.“ Über seine beiden Söhne Niklas und Frederik, die seit dieser Saison in der Verbandsligamannschaft spielen, ist Bell ohnehin stets auf dem Laufenden, was die PSV betrifft.

Iris Schultz war es auch, die Bell fragte, ob er sich nicht zutraue, das demnächst vakante Traineramt in der Halle Nord zu übernehmen. Der Gymnasiallehrer blickt auf eine über 30-jährige Erfahrung auf der Trainerbank zurück, war zuletzt aber zwei Jahre ohne Engagement. Die einzige Bedingung, die der Kandidat selbst stellte: „Ich wollte ein Feedback: Wie komme ich bei der Mannschaft an?“ Also schlug Burkhard Bell selbst vor, ein Probetraining bei den Damen zu leiten. Offenbar mit Erfolg.

Mareike Schüllenbach: „Die Entscheidung des Teams war eindeutig. Da waren vielleicht 50 Prozent Bauchgefühl dabei. Aber die Mannschaft hat auch den Eindruck: Das passt, das ist Handball-Leidenschaft zu 100 Prozent pur.“
Eins hat die Entscheidung der Mannschaft aber vorab bewirkt: Sie hat in der kommenden Saison kaum Argumente, wenn es wider Erwarten doch nicht laufen sollte. Aber damit beschäftigen sich Mareike Schüllenbach und Burkhard Bell noch nicht.

Auf die Frage, ob der aktuelle Erfolg der Mannschaft nicht auch ein große Bürde sei, sagt Burkhard Bell: „Da mache ich mir keinen Kopf drüber. Es geht mir immer um mehr als nur um Handball. Und da, denke ich, bin ich bei der PSV an der richtigen Adresse.“

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