PSV-Handballerinnen schwitzen in der "Factory"

Dass in einem Fitnessstudio oder der verschärften Form, die sich kurz und prägnant in Recklinghausen zum Beispiel „Fighter’s Factory“ nennt, deutscher Schlager gespielt wird, ist nicht unbedingt zu erwarten.

Manchmal aber reichen auch die härtesten Techno-Beats nicht mehr aus. Wie bei den Handballerinnen der PSV Recklinghausen, die sich aktuell an der Hubertusstraße für die kommende Drittliga-Saison stählen. Was in diesem Falle wörtlich zu nehmen ist.

Als Oliver Althof die finale Runde des wöchentlichen Workouts einläutet, braucht der Trainer nicht lange zu suchen. Die Wahl fällt auf Musik der Kapelle Rammstein. „Nicht jedermanns Sache“, wie Althof einräumt. „Aber das macht härter.“

Eine Stunde quälen sich die Handballerinnen seit ein paar Wochen nun jeden Freitag in der „Fighter’s Factory“. Keine „Boxbude“ im herkömmlichen Sinn. Inhaber Oliver Althof (Bild) hat sein Trainingskonzept X-Train selbst entwickelt und patentieren lassen. Tennisspieler, Basketballer und Fußballer feilen an der Hubertusstraße an weiteren Prozenten ihrer Fitness.

Durchhaltevermögen ist gefordert. Der Parcours sieht unscheinbar aus, hat es aber in sich. Gestandene Spielerinnen wie Torfrau Iris Schultz oder Christina Weber quälen sich von Langhantel über Seil und Ringe zusammen mit ihren zum Teil deutlich jüngeren Kolleginnen.

Die Beats (Althof: „Zwischen 140 und 160 ist die Geschwindigkeit von 80 Prozent der Teilnehmer, aber wir können auch schneller“) werden unterbrochen von einem Gong, wie man ihn von den Boxkämpfen kennt. Er ist das Signal für eine kurze Pause.

Dreimal durchgeatmet, schon geht’s weiter. Eine Stunde lang. Was alle eint: Solch eine harte Vorbereitung haben sie wohl noch nicht mitgemacht, „Mama“ Schultz mit ihren 42 Jahren ebenso wenig wie das Küken der Mannschaft, die 20-jährige Jacky Brühan.

"Die haben Biss, die ziehen das durch"

Trainer Burkhard Bell sieht sich das Treiben an. Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Übungsleiters. Endlich muss
er seine Mädels nicht selbst scheuchen.

„Für viele Übungen haben wir bei uns in der Halle gar nicht die Geräte“, sagt Bell. Aber es ist nicht nur das, was den Übungsleiter fasziniert.

Alle Spielerinnen folgen dem Kommando des ausgebildeten Sportphysiotherapeuten Oliver Althof, der nebenbei auch noch auch noch einen DM-Titel im Kickboxen führt – eine Sportart, die Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer vereint. Wie Handball.

In der „Fighter’s Factory“ tritt Oliver Althof zuweilen wie ein Drill Instructor auf, am Ende der Einheit gibt er sich nonchalant. Großen Respekt habe er vor den Recklinghäuser Handballerinnen. „Die haben Biss, die ziehen das Ding hier durch ohne zu murren“, lobt Althof und kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Fußballer heulen mir da eher etwas vor.“

Erfüllen die PSV-Handballerinnen ihr Programm, dürfte zum Saisonstart am 15. September die wohl fitteste PSV-Damenmannschaft der Geschichte auf dem Parkett stehen. Aber nicht nur das.

Trainer Burkhard Bell weiß auch: „Wenn alle das gemeinsam durchstehen, schweißt das die Mannschaft noch einmal zusammen.“

Das Fatale: Bis zum 15. September ist es noch ein Weilchen hin. Viel Zeit für Langhantel, Seile, Ringe und, und und. Alles bei 140 bis 160 Beats, oder der verschärften Version: Rammstein.

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