Die "Püntis" gibt's nur im Doppelpack

Dass die PSV Recklinghausen stets auf der Suche ist nach jungen, frischen Talenten liegt auf der Hand. Nur dass diese sich manchmal bitten lassen. Aber Beharrlichkeit zahlt sich im Recklinghäuser Norden aus, wie das Beispiel von Jana und Carina Püntmann zeigt.
Schon vor Jahren waren die Zwillinge ins Visier von Frauke Korfsmeier und Sandra Mroz geraten, damals die Trainerinnen beim heimischen Drittligisten. „Da wollten wir noch das Jahr A-Jugend in Dortmund zu Ende spielen“, sagt Carina Püntmann. Es wurde also nichts.

Dann machte zunächst die HSG Menden-Lendringsen das Rennen, doch in der Halle Nord gab man einfach nicht auf. Die dritte Anfrage im vergangenen Frühjahr dann brachte den gewünschten Erfolg: Seit Saisonbeginn verstärken die beiden 20-Jährigen die PSV.

Mit einigem Erfolg: Tempogegenstöße sind die Spezialität der zweieiigen Zwillinge. Jana Püntmann glänzt zudem als eine der sichersten Siebenmeter-Schützinnen der ganzen Liga: 13 von 16 Würfen trafen ins Ziel.

Die „Püntis“ waren bislang nur im Doppelpack zu haben, wobei es bei der PSV keine Frage war, gleich beide anzusprechen. „Nach Recklinghausen zu wechseln war definitiv die richtige Entscheidung“, sagt Carina Püntmann. Wobei sie, die Rechtshänderin, einen denkbar schlechten Start hatte.

Weite Teile der Vorbereitung war sie wegen eines Bänderrisses im Fuß außer Gefecht. „Verletzungen gehören zum Sport dazu“, sagt die Studentin (Sport und Sozialpädagogik auf Lehramt) lapidar.

Mittlerweile hat sie wieder an alte Form anknüpfen können, auch wenn demnächst ein neuer Eingriff droht, dann am Oberkiefer.

Nur der Trainer darf die zwei trennen...

Der hohe Wohlfühlfaktor in der Halle Nord tut den beiden gut. Immer gingen sie bislang ihren sportlichen Weg gemeinsam, Handball bestimmt ihr Leben. Die gemeinsamen Fahrten von der Halle Nord in ihre Heimatstadt Lünen sind nicht selten begleitet von ellenlangen Spielanalysen. Dass der Tag kommen kann, an dem sich ihre Wege trennen, ist beiden durchaus bewusst.

Jana Püntmann, die aktuell an der Westfalenakademie in Dortmund in der Ausbildung zur Physiotherapeutin ist, hatte bereits ein Angebot eines Erstligisten auf dem Tisch. Sie entschied sich für die PSV – zusammen mit ihrer Schwester. So, wie es bislang immer war in ihrer sportlichen Laufbahn. Womöglich kam das Angebot zu früh. Auseinander dividieren darf die zwei aktuell nur einer: Trainer Burkhard Bell.

„Komisch, dass wir im Training so selten in einer Mannschaft spielen“, sagt Jana Püntmann, die um sieben Minuten ältere der Schwestern. Die Folge: Auf der Außenposition kommt es dann schon mal zu nicht ganz harmlosen Trainingsduellen der „Püntis“.

„Klar haut man sich dann schon auf die Finger“, sagt Jana. Carina ergänzt: „Als Linksaußen gegen Jana auf Rechtsaußen zu spielen, ist nicht witzig.“

Ansonsten haben sich die zwei von der guten Wohlfühlatmosphäre, die seit Jahren in der Halle Nord herrscht, anstecken lassen.

„Es ist total cool hier. Das ist eine klasse Mannschaft, leistungsstark vor allem“, sagt Carina. Generationenkonflikte gebe es jedenfalls keine, auch wenn die Altersspanne bei der PSV von „Muddi“ Iris Schultz im Tor mit 43 Jahren zu den Püntmann-Zwillingen mit gerade 20 Jahren erheblich ist.

„Alles kein Problem, im Gegenteil. Die Älteren sehen in uns keine Konkurrenz, die motivieren uns vielmehr“, sagt Carina Püntmann.

Was noch geht bei der PSV, die am Samstag in eigener Halle auf Handball Bad Salzuflen trifft? „Von den Plätzen zwei bis vier ist für uns noch alles drin“, sagt dazu Jana Püntmann. Der schlechte Saisonstart sei aufgearbeitet.

„Wir hatten sechs Neue zu integrieren, da haben wir ein paar Spiele gebraucht, um reinzukommen“, sagt sie. „Jetzt aber sind wir drin.“

INFO PSV Recklinghausen - HB Bad Salzuflen; Samstag, 19 Uhr – Sporthalle Nord

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