PSV im immergrünen Derby gegen Greven

Die ganze PSV harrt dem Derby gegen den SC Greven an diesem Sonntag (16 Uhr – Halle Nord). Nach langer Zeit gibt es wieder ein Duell mit dem Rivalen aus dem Münsterland, mit dem Recklinghausen schon zu Regional- und Zweitligazeiten erbittert die Klingen kreuzte.

Eine, die als besonders erfahren gilt in Sachen Derby, wird in der Halle Nord nur auf der Tribüne sitzen: Anne Saxe. Ein Platz, auf dem sich die Rückraumspielerin eingerichtet hat. Dass sie sich im Herbst 2013 dort wiederfinden würde, war für die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätige Pädagogin lange klar: „Die letzte Saison sollte so oder so meine letzte sein.“

Dass das Ende aber dann doch vorzeitig erfolgte, abrupt und schmerzhaft dazu, das war so nicht geplant. Es war das Heimspiel gegen Germania Fritzlar im vergangenen Januar. Meniskus und Kreuzband im rechten Knie waren durch, es folgten zwei Operationen. Mittlerweile ist sie wieder fit. Eine Rückkehr auf das Handballfeld wird es aber nicht mehr geben.

„Vielleicht war es am Ende auf irgendeine Art und Weise ganz gut so, wie es gekommen ist“, sagt „Säxi“, die 28 Jahre Handball damit erstaunlich schnell abschütteln konnte. „So war mit einem Schlag alles vorbei. Aufhören habe ich ohnehin wollen, aber wer weiß, ob mir das Loslassen so gut gelungen wäre, wenn ich nur langsam und Schritt für Schritt Abschied genommen hätte.“

Das regelmäßige Training, das „Hingehen-müssen“ vermisse sie nicht, sagt sie. Joggen, Muckibude, Aqua-Fitness sind nun ihre Leidenschaften. Wie es geht und wie es ihr Spaß macht.

Dass Anne Saxe der PSV dennoch weiter zur Verfügung steht, ist Ehrensache. Wen dieser Verein einmal gepackt hat, der kommt eben nicht so schnell los.

Saxe ist eine Art „NSA“ des Recklinghäuser Drittligisten, die Spähabteilung: Sie zeichnet die Spiele der kommenden Gegner auf und erläutert Stärken und Schwächen im gemeinsamen Video-Studium in der Woche. Greven, gegen das sie oft leidenschaftlich gespielt hat, ist auch für sie in dieser Saison ein Buch mit sieben Siegeln.

Nach finanziellen Problemen und dem Aus in der 2. Liga drohen die Münsterländerinnen, Schlusslicht der Nord-Staffel, in die Oberliga durchgereicht zu werden.

Mittlerweile hat der SC 09 vier Ungarinnen in seinem Kader. Eine, die erst vor kurzem nachverpflichtete Rückraumwerferin Lilla Halasz, sorgte am vergangenen Wochenende mit ihrem Siegtreffer in letzter Sekunde gegen TSV Hahlen für den ersten Saisonsieg. „Mit ihren sieben Toren hat sie das Spiel gewonnen“, sagt Anne Saxe, die, mit der Videokamera bewaffnet, Augenzeugin der Partie war.

Dennoch, da ist sie sich sicher, wird am Sonntag alles für Recklinghausen sprechen. „Mittlerweile passt es bei uns“, sagt sie über den jüngsten Höhenflug (10:2 Punkte in Folge), der die Mannschaft auf Rang fünf spülte.

Alles in allem, sagt sie, seien die Voraussetzungen gut, um sich– Derby hin, Derby her – recht entspannt auf die Tribüne zu setzen. Um mit Sandra Mroz, Frauke Korfsmeier, Stefanie Willebrand oder Kathrin Adams zu philosophieren.Und zu schauen, was ihre „Nichte“ macht.

Wie alle erfahrenen Spielerinnen bei der PSV hat Anne Saxe in der vergangenen Saison auch eine Patenschaft über eine Nachwuchsspielerin übernommen. Passenderweise ist es Shari Thoms. Der Kreisläuferin, mittlerweile Co-Kapitänin, trauen viele zu, eine ähnliche Rolle zu spielen wie Anne Saxe, die 14 Jahre das PSV-Trikot trug.
Nur solch ein abruptes Karriereende ist Thoms nicht unbedingt zu wünschen.

Suchindex

Autoren

Sponsoren

Aus dem Förderverein

Bildungsspender

Kostenlos helfen!
Unser Verein PSV RE hat einen Spenden-Shop bei BILDUNGSSPENDER dem gemeinnützigen Fundraising-Portal

Weiterlesen ...