Ein Hauch von Europa in der Halle Nord

Das Los bescherte den Zweitliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen im DHB-Pokal-Viertelfinale eine reizvolle Aufgabe. Zu Gast sein wird am Mittwoch, 25. Februar, der VfL Oldenburg.

Nicht nur Trainer Kai Harbach („Ein tolles Los. Das Spiel wird ein echtes Event“), auch Teammanagerin Mareike Schüllenbach ist glücklich: „Viel Besseres hätte uns nicht passieren können.“
Damit sich das Viertelfinale finanziell lohnt, muss die Halle Nord aber voll sein. Laut DHB-Pokalspielordnung bekommen die auswärts spielenden Mannschaften nämlich die Anreise vom Heimverein erstattet. „Nürnberg wäre uns teurer gekommen“, atmet Schüllenbach auf. Ab Dienstag will sich der Vereinsvorstand Gedanken machen, wie er den Pokal-Knüller vermarkten wird.
„Dass wir das Spiel groß aufziehen werden, ist klar“, so Schüllenbach, „nur ist das etwas schwieriger, als nur einen Bus zu chartern und im Pokal auswärts irgendwohin zu fahren.“
Als beste Werbung gilt dabei der Gegner. Der VfL Oldenburg mischt als aktueller Tabellenvierter an der Spitze im Kampf um die deutsche Meisterschaft mit und hat auch im Europapokal schon für Aufsehen gesorgt. Eine Woche vor dem DHB-Pokal-Viertelfinale in Recklinghausen ist der VfL international gegen den dänischen Spitzenklub Randers HK im Einsatz. Am 15. Februar, dem eigentlich geplanten DHB-Pokalspieltermin, steigt das Rückspiel im EHF-Pokal. Deshalb wird die Pokalpartie in Recklinghausen voraussichtlich auch auf den Ausweichtermin Mittwoch, 25. Februar, verlegt werden.
Wie stark Oldenburg ist, verdeutlicht das Pokal-Viertelfinale gegen den starken Nord-Zweitligisten SVG Celle. Der wurde in eigener Halle mit 28:42 deklassiert. „Unser Mädels haben nichts zu verlieren. Und für die Zuschauer ist ein Spiel gegen eine solche Mannschaft doch ,das‘ Handball-Ereignis des Jahres“, so Mareike Schüllenbach.
Der Kommentar
Olaf Krimpmann über die Handballerinnen des PSV Recklinghausen:
Zugegeben: Das Fernsehen wird wohl nicht da sein. Auch das Radio nicht. Millionen, die im Fußball im Pokal Gang und gäbe sind, gibt es im Frauenhandball nicht zu verdienen, im Gegenteil.
Hier werden die auswärts antretenden Mannschaften noch alimentiert, was seine gute Berechtigung hat. Trotzdem bietet das Pokal-Viertelfinale der PSV-Handballerinnen gegen das Spitzenteam aus Oldenburg eine ungeahnte Chance.
Zum einen ist jetzt jeder Handball-Fan aufgefordert, „in die Puschen“ zu kommen, wenn er sich solch ein Ereignis nicht entgehen lassen will. Zum anderen profitiert auch der Verein – auch wenn der selbst erst einmal in der Pflicht steht, das Pokalspiel möglichst gewinnbringend zu vermarkten.
Man muss bei der PSV den Blick aber weiter schweifen lassen. Die kommende Saison 2009/2010 wird für den heimischen Frauenhandball nämlich die alles entscheidende. Um sich für die ab 2010 nur noch eingleisige 2. Liga zu qualifizieren, muss die PSV personell nachlegen. Sofern sie das überhaupt kann. Oder will.
In diesem Sinne ist Oldenburg ein echtes Glückslos. Bessere Werbung für den Frauenhandball kann es kaum geben als ein Spiel gegen ein international spielendes Spitzenteam. Das ist Werbung, die Sponsoren anziehen sollte. Werbung, die auch Spielerinnen begeistert. Kurz und bündig: Was im Sommer 2010 möglich sein wird, entscheidet sich vielleicht schon am 25. Februar 2009. Viel Glück, PSV!

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