PSV Recklinghausen: Alles zu seiner Zeit

Leicht wird das Spiel in Lintfort nicht, sagt der PSV-Trainer. Er blickt nüchtern aufs Tagesgeschäft, freut sich aber auch auf den Pokalschlager. Managerin ärgert sich über das „Chaos” um die eingleisige 2. Liga
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Recklinghausen. Die Dinge laufen richtig gut. Wenn nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt, dann ist die PSV Recklinghausen weit von der Gefahr des Abstiegs aus der 2. Handball-Bundesliga entfernt, vor dem Rückrundenstart beim TuS Lintfort steht sie als Tabellensechster einem Play-off-Platz sehr viel näher als einem Abstiegsrang. Und mit dem Erreichen des DHB-Pokalviertelfinals ist in eine Saison, die ordentlich bis gut und damit eher emotionslos über die Bühne zu gehen schien, plötzlich Euphorie gekommen. Das Spiel gegen Erstligist VfL Oldenburg ist in aller Munde, längst sind bei Trainer, Team und Vorstand Kartenanfragen eingegangen.

Das könnte ein Grund für Mareike Schüllenbach sein, um inne zu halten und zufrieden auf eben diesen Stand der Dinge zu blicken. Aber die Managerin hat einen dicken Hals. „Ein Chaos” nennt sie die Pläne zur Einführung einer eingleisigen 2. Bundesliga, die womöglich mit Beginn der Saison 2010/11 kommt.

Dem Vernehmen nach ist die Mehrzahl der 25 Nord- und Süd-Zweitligisten eher unsicher, ob sie in einer solchen Liga spielen würde, oder haben sich Vereine schon dagegen entschieden. Und doch können sie womöglich wenig ausrichten. Denn in der Handball Bundesliga Frauen (HBVF) können sie mit ihrer jeweils einen Stimmen pro Zweitliga-Klub gegen die zwölf mit doppeltem Stimmrecht versehenen Erstligisten und einem sechsköpfigen Vorstand, der womöglich auf Seiten der Topvereine steht, nichts ausrichten.

Das sorgt nicht nur für ein Gefühl der Ohnmacht, den Interessen der Erstligisten nach größerer Professionalität im Bundesliga-Unterbau ausgeliefert zu sein. „Es schafft auch große Unsicherheit”, sagt Mareike Schüllenbach. Etwa bei den Fahrkosten: Je nach Zusammensetzung der künftigen 2. Liga können diese zwischen 10 000 und 30 000 Euro liegen. So ist denn auch die Zielrichtung, was die PSV im Falle eines Falles täte, nicht ganz klar. Die Managerin sagt: „Wir wollen sportlich und auch sonst alles versuchen, um die Klasse zu halten.” Allerdings alles auf dem Boden der soliden Finanzierung.

Solche Überlegungen dürften auch einfließen in die gegenwärtigen Gespräche mit dem Trainergespann Kai Harbach/Detlef Vogt. Offenbar gibt es auf beiden Seiten großes Interesse, das erste, bislang erfolgreich Jahr der Zusammenarbeit fortzusetzen. Aber es müssen eben noch einige Fragen geklärt werden. „Ganz normal”, sagt Mareike Schüllenbach. „Wir sind ohnehin früh dran.” Und auch der Trainer sieht in der Anfang der Woche ausgefallenen Vertragsverhandlung keinen Beinbruch. In den nächsten Tagen werde es wohl eine Entscheidung geben.

Ohnehin neigt er dazu, eher übers Tagesgeschäft zu sprechen. Und dabei sieht er keinen Grund, den bislang nur einmal siegreichen Tabellenletzten Lintfort zu unterschützen. „Die haben drei neue Spielerinnen, letztes Jahr gegen die PSV gewonnen, haben zu Hause Greven bezwungen und wollen sich, sollten sie absteigen, ordentlich aus der Liga verabschieden.” Vier Gründe, die für volle Konzentration sprechen. Dann kommen die Spiele gegen Stemmer, Celle, Travemünde und Greven, die nicht minder viel Aufmerksamkeit verlangen. Erst dann, wenn womöglich auch die Vertragsverlängerung von Trainer und Co-Trainer längst unter Dach und Fach ist, steht das Spiel des Jahres im Fokus. Alles zu seiner Zeit.

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