Pokal - "Da wird einem schwindelig"

Richtig anpacken müssen Annika Claus (l.), Julia Pieper (r.) und die PSV, wenn sie gegen Oldenburg nicht untergehen wollen. Foto: Reiner Kruse (WAZ)Klassisch wird ein Kampf zweier ungleicher Rivalen gerne umschrieben mit „David gegen Goliath”. Das müsste ein Spiel zwischen einem Erst- und einem Zweitligisten eigentlich nicht sein - meint man.
Im Frauenhandball aber ist die Leistungsschere zwischen beiden Ligen enorm. „Das ist nicht eine, das sind zwei Klassen”, sagt Peter Goergen, Geschäftsführer von Erstligist VfL Oldenburg vor dem Pokalspiel bei der PSV Recklinghausen, und verweist auf das Beispiel Borussia Dortmund. Die BVB-Frauen diktierten nach dem Erstliga-Abstieg das Geschehen in der 2. Liga, kehrten zurück ins Oberhaus und haben nun wieder Mühe, sich zu behaupten.
Kai Harbach macht sich denn auch gar keine Illusionen über die Möglichkeiten, mit seiner PSV in dem ungleichen Pokalkampf zu bestehen. Vor zwei Wochen konnten sich der Trainer und sein Team auf Einladung von Bayer Leverkusen beim Bundesligaspiel gegen Oldenburg von den Qualitäten des Cupgegners Oldenburg überzeugen. „Das wird einem schon ein bisschen schwindelig”, gestand er und dachte dabei gerade an die pfeilschnellen Außenspielerinnen. Sein Credo: „Für uns ist das Spiel ein Highlight, bei dem wir uns ordentlich präsentieren wollen. Dazu müssen wir uns gegenüber dem Greven-Spiel allerdings vor allem kämpferisch steigern.” Lehrreich war für ihn und das Team der Besuch des Bundesligaspiels. „So hat sich jeder selbst ein Bild von der Qualität Oldenburgs machen können. Die haben vier oder fünf Nationalspielerinnen.” Das richtige Rezept gegen so ein Team? Aus Sicht des PSV-Trainer liegt das auf der Hand: „Dosiert spielen.” Das Tempo des Gegners mitgehen zu wollen sei ebenso falsch wie das eigene Spiel komplett zu verändern und zu versuchen, das Tempo völlig herauszunehmen. Die Kunst ist die richtige Mischung. „Aber wir dürfen nicht zu viel Risiko gehen.” Vielleicht hilft ja eine Anleihe vom Wochenende. Die Rhein-Main-Bienen brachten den Oldenburgerinnen mit einerm giftigen 5-1-Deckungsvariante an den Rand einer Niederlage. Auch für Harbach und seinen Assistenten Detlef Vogt ist das Spiel ein Höhepunkt. Als Spieler hat er mit SuS Oberaden um den Aufstieg in die 2. Bundesliga gespielt, als Trainer erlebt er zur Zeit mit der PSV seine vorerst erfolgreichste Zeit. Mit dem Pokal als Sahnehäubchen. „Spaß haben und gut aussehen”, darum gehe es.

In Oldenburg würden sie das unterschreiben. VfL-Geschäftsführer Peter Goergen ist nach den anstrengenden englischen Wochen ohnehin über das Pokal-Los froh: „Wir fahren lieber nach Recklinghausen als nach Leipzig.” Und er hofft auf einen standesgemäßen Sieg. Zwischen fünf und zehn Tore Differenz, das ist seine Prognose. Kommt es dazu, würde die PSV immerhin besser aussehen als Zweitliga-Spitzenreiter SVG Celle, der im Achtelfinale mit 28:42 unterging. Harbach: „Da führt Oldenburg schnell mit 11:1. Das müssen wir vermeiden.” So lange wie möglich auf Tuchfühlung mit dem Favoriten bleiben, das würde dem Spiel, den Zuschauern und seinen Spielerinnen gut tun.

Der Weg beider Klubs ins Viertelfinale
1. Runde
PSV Recklinghausen Freilos
VfL Oldenburg Freilos

2. Runde
HSG Gedern/Nidda (OL) - PSV 24:28
VfL Oldenburg Freilos

3. Runde
VfL Oldenburg II (RL) - PSV 26:34
TSG Wismar (RL) - VfL Oldenburg 29:39

4. Runde
SC Greven (2. Liga) - PSV 30:31
SVG Celle - VfL Oldenburg 28:42

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