Ein Feiertag für alle

WAZ / 25.02.2009, Markus Rensinghoff
Licht aus. Spot an. Feiertag in der Sporthalle Nord in Recklinghausen. Feiertag für die Zweitliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen. Im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen den Erstligisten VfL Oldenburg gab es zwar die erwartete Niederlage.
Aber nicht nur, weil sie mit 22:31 (11:17) absolut im Rahmen blieb und wie von PSV-Trainer Kai Harbach „unter zehn Toren Differenz”, gab es bei allen Beteiligten strahlende Augen und nach oben gehende Mundwinkel. Zuallererst natürlich bei den Oldenburgerinnen, die den Sieg mit ihren Fans feierten und nicht den Fehler gemacht hatten, den Zweitligisten nicht ernst zu nehmen. Die Oldenburgerinnen haben durch diesen Erfolg das Final-Four-Turnier in Riesa erreicht, haben sich damit einen weiteren Saisonhöhepunkt erspielt und damit die Chance auf einen Titelgewinn gewahrt. Wie wichtig das für die Spielerinnen war, machten die zahlreichen geballten Fäuste im ersten Abschnitt nach gelungenen Aktionen und Toren deutlich.
Mehr als zufrieden aber waren eben auch die Recklinghäuserinnen. Angefangen von Managerin Mareike Schüllenbach, die sich über eine reibungslos verlaufene und absolut gelungene Abendveranstaltung freuen durfte. Von der randvollen Halle, bis zum Verkauf, der den einen oder anderen Euro in die Vereinskasse brachte, der Musik und der Stimmung insgesamt.
Bei den PSV-Spielerinnen setzte sich die Zufriedenheit fort. Jede einzelne hatte gute bis sehr gute Szenen. Kirsten Lübbert hielt im ersten Abschnitt ebenso sicher und bisweilen mit einem Lächeln, wie im zweiten Abschnitt Iris Schultz. Andrea Surholt und Kira Brandes, die beiden haben selber schon in der 1. Bundesliga gespielt, machten über Außen viel Druck und schöne Tore. Annika Claus rackerte und ackerte wie gewohnt am Kreis, schuf Lücken, nutze Lücken, erzielte wichtige Tore. Die Hauptlast aber trug der Rückraum mit Christina Weber, Stefanie Reinhart und Anne Saxe. Die drei aber zeigten den Oldenbugerinnen mehrfach, dass auch in der zweiten Bundesliga guter, schneller, erfolgreicher Handball gespielt wird.

Im Spielverlauf bekamen dann auch Juliane Faeseke, Julia Pieper und Alexandra Wolf ihre Spielanteile. Sie nutzen sie, sammelten Selbstvertrauen für die Aufgaben in der Liga. Bereits am Samstag geht es für die Recklinghäuserinnen nach Berlin.

Da sind sie nicht Außenseiter. Da werden ihre kleinen und größeren Fehler aber auch nicht so gnadenlos bestraft werden, wie von den Oldenburgerinnen. Mehr als einmal konterten sie ein PSV-Tor innerhalb weniger Sekunden, kamen so zu ganz leichten Toren. Auch von drohenden Zeitspielen ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. So warf noch im ersten Abschnit die großgewachsene Jugendnationalspielerin Carolin Schmele den Ball per Stemmwurf in den Winkel. So einfach. Einfach so. Das machte deutlich, dass es über den Sieger des Spiels keinerlei Diskussionen gab.

Auch wenn Oldenburgs Trainer Leszek Balthazar einräumte, „nicht mit so viel Gegenwehr gerechnet zu haben. Wir haben Recklinghausen etwas unterschätzt.” Die letzten Zweifel waren dennoch ausgeräumt, als Oldenburg zu Beginn von Durchgang zwei aus einem 17:11 ohne Mühe das 20:11, das 21:11, das 22:11, gar das 23:11 machte. Da drohte das Debakel, da wurde es deutlich und deutlicher. Es blieb bei der Drohung. Stefanie Reinhart brach nach 13 Minuten den Bann mit dem 12:23. Am Ende war es der erhoffte Feiertag. Für alle. Oder wie fasste es PSV-Trainer Kai Harbach zusammen: „Es kommt wohl selten vor, dass zwei Mannschaften mit einem Spielausgang von neun Toren Unterschied zufrieden sind.”

PSV Recklinghausen - VfL Oldenburg 22:31

Recklinghausen: Lübbert (1.- 30.), Schultz (30. - 60.) – Beikirch (nicht eingesetzt), Saxe, Surholt (5), Pieper, Danhof, Faeseke (1), Weber (5/2), Wolf (1), Reinhart (5/1), Claus (3), Brandes (2)

Oldenburg: Surkova (1. - 21.), Renner (ab 22.) – Gümmer (2), Badenhop (4), Birke (3), Wenzl (3), Fagerhus (6/3), Schmele (2), Kethorn (4), Neuendorf (3/1), Scholl (3), Parchina (1)

Zeitstrafen: Recklinghausen 3 (Saxe, Saxe, Weber); Oldenburg 3 (Neuendorf, Neuendorf, Scholl)

Schiedsrichter: Pawel Fratczak/Paulo Ribeiro (Wagenfeld/Kamp-Lintfort)

Zuschauer: 500 (geschätzt)

Zwischenstände: 1:3 (5.), 2:5 (10.), 5:8 (15.), 8:12 (20.), 9:15 (25.), 11:17 (Halbzeit), 11:19 (35.), 11:21 (40.), 13:23 (45.), 15:26 (50.), 20:28 (55.), 22:31 (Endstand)

Suchindex

Autoren

Sponsoren

Aus dem Förderverein

Bildungsspender

Kostenlos helfen!
Unser Verein PSV RE hat einen Spenden-Shop bei BILDUNGSSPENDER dem gemeinnützigen Fundraising-Portal

Weiterlesen ...