Ein besonderer Bericht - Sand in den Schuhen von Bata Ilic

Recklinghausen ist 7000 Kilometer pro Jahr unterwegs...    Rostock.Berlin, Rostock und Travemünde sind immer einen Wochenendtrip wert, vor allem, wenn Zeit für eine Stadtbesichtigung bleibt. Doch diese Zeit haben die Handballerinnen des Zweitligaclubs PSV Recklinghausen bei ihren Auswärtsspielen nur sehr selten. Rund 7000 Kilometer legen die Recklinghäuserinnen in einer Saison zurück. „Und das ist auf Dauer ziemlich anstrengend", sagt Torfrau Iris Schultz. „Wie gut, dass auf jeder Fahrt der Fanclub für gute Stimmung sorgt", ergänzt die Dorstenerin.
Ja, einen Fanclub haben die Mädels. Und was für einen. Die PSV-Devils, die seit der Gründung 2007 bei allen Spielen dabei sind, garantieren hundertprozentige Unterstützung. Natürlich auch zuletzt beim Auswärtsspiel des Clubs in Rostock.

Samstagmorgen, 6 Uhr 30 vor der heimischen Sporthalle Nord: Nach und nach trudeln die ziemlich verschlafen, aber gut gelaunten Spielerinnen und die Mitglieder des Fanclubs ein. Das Auswärtsspiel beim Rostocker HC steht an. Gute acht Stunden Busfahrt liegen jetzt vor den Beteiligten. Von schlechter Laune aber keine Spur.

7 Uhr: Der Bus setzt sich in Bewegung und die Sportlerinnen versuchen sich im engen Innenraum des Busses zu entspannen. Die mitgebrachten Riesenkissen kommen zum Einsatz. Die haben sich auf vielen Autobahn-Kilometern bewährt, wenn es darum geht, für einige Augenblicke abzuschalten und vielleicht noch einmal die Augen zu schließen. Im Bus kehrt an diesem Morgen erstmals Ruhe ein, nur die Mitglieder des Fanclubs sind mit den Vorbereitungen für das geplante Frühstück beschäftigt.7 Uhr 45: Der frische Kaffeeduft, der jetzt durch den Bus strömt, lässt die dösenden Handballerinnen erwachen und die Brötchen, die die gute Seele des Fanclubs, Christa Claus, schon vorbereitet hat, finden reißenden Absatz. „Ich habe viel Spaß daran, die Mädchen bei diesen Fahrten zu unterstützen. Das ist eine Kleinigkeit für mich", sagt lächelnd Christa Claus.12 Uhr: Nach weiteren fünf Stunden Fahrt verteilt Devils-Mitglied Manfred Skodda, ein zu Hause ausgearbeitetes Quiz, um die weiteren Stunden spannender zu gestalten Dazu müssen die Mädels rund 50 knifflige Fragen über die 70er und 80er Jahre, aber auch über die Stadt des heutigen Gegeners, Rostock, beantworten. Von welcher Insel hat Bata Ilic Sand im Schuh? oder Welches Fabelwesen ist im Rostocker Stadtwappen zu sehen? sind nur zwei der gestellten Aufgaben. Die Herausforderung nehmen die Spielerinnen gerne an. Die Stimmung steigt. Die Müdigkeit ist wie weggeblasen. „Ja, das ist genau das Ziel. Wir wollen die langen Fahrten abwechslungsreicher gestalten. Das Quiz kommt da immer gut an", sagt ein zufriedener Quizmaster Skodda.15 Uhr: Endlich ist der Tross an der Rostocker Spielstätte angekommen. Die ähnelt einem Luftschutzbunker, doch dafür haben die PSV-Damen keine Augen, die Vorfreude auf das Spiel ist groß, die Anstrengungen der Fahrt sind vergessen, die Gedanken richten sich schon auf die sportliche Auseinandersetzung mit dem Club aus der Hansestadt.16 Uhr: Anwurf der Partie gegen die Rostocker Dolphins. Die Recklinghäuserinnen liefern eines ihrer besten Spiele der Saison ab. Großen Anteil daran hat mit Sicherheit auch der Fanclub, der über die gesamte Spielzeit das Team von der Tribüne mit Trommeln und Gebrüll zum 30:24-Sieg treibt. Im Gegensatz zu den Trommlern hat Joachim Smock in dieser Zeit eine ganz andere Aufgabe. Er ist der Kameramann der Truppe und hält die Begegnung für spätere Spielanalysen fest. „Die Aufnahmen sind für uns sehr wichtig. Die anderen Teams werden genau analysiert, die Schwächen und Stärken werden so sichtbar", sagt Joachim Smock.18 Uhr: Das Spiel ist zu Ende, für die Devils aber ist die Arbeit noch lange nicht vorbei, denn die bereiten schon das Abendessen für die Mannschaft vor. Vor dem Tour-Bus köchelt auf Campingkochern in zwei großen Töpfen eine leckere Suppe vor sich hin. Die Mädchen kommen vereinzelt und frisch gesduscht aus der Halle und freuen sich über die warme Mahlzeit im kühlen Norden. „Das ist wichtig, dass unser Team nach so einem Spiel etwas Warmes zu essen bekommt.", meint Spielervater Felix Claus und verteilt schon die ersten Portionen.19 Uhr: Zeit, Rostock auf Wiedersehen zu sagen. Die Rückfahrt kann losgehen und alle freuen sich auf zu Hause. Im Bus wird der Quizbogen ausgewertet und die glückliche Siegerin erhält ein Gesellschaftsspiel als Preis für ihre richtigen Antworten.. Doch hier geht keiner leer aus. Jedes der Mädels erhält nach und nach eine kleine Aufmerksamkeit von ihren Devils. „Ja, wir haben immer eine Kleinigkeit für unsere Heldinnen dabei", sagt Manfred Skodda.21 Uhr: Der Kameramann und Busfahrer Joachim Smock legt einen Hollywood-Streifen in den DVD-Player des Busses und die Teilnehmer der Rostock-Tour entspannen sich. Zum zweiten Mal an diesem Tag kehrt Ruhe im Bus ein nur der tapfere Busfahrer ist hellwach und steuert das Gefährt sicher über die Autobahn in Richtung Heimat.1 Uhr 30: Zurück vor der heimischen Sporthalle in Recklinghausen. Die Stadt scheint bereits zu schlafen. Die müden Reisenden steigen aus dem Bus und freuen sich auf ihre Betten . Die bevorstehende Mütze Schlaf haben sich alle verdient und ein anstrengender aber auch schöner Tag neigt sich dem Ende.Auch bei der nächsten Fahrt am 19. April nach Magdeburg ist eines klar: Die PSV-Devils sind dabei und unterstützen ihre Mannschaft mit vereinten Kräften.
„Hut ab vor der Leistung der Teufel. Wir können froh sein nicht nur auf allen Fahrten, sondern auch bei unseren Heimspielen so unterstützt zu werden", lobt der Übungsleiter des Zweitligavereins, Kai Harbach, das außerordentliche Engagement des Fanclubs. Teuflisach gut eben.

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