Der Trainer zieht den Hut vor seinem Team

Recklinghausen. (thb) Kai Harbach wankt und wackelt nicht, die Vokabel Play-off hat der Mann aus seinem Handball-Wortschatz verbannt. Selbst hartnäckige Nachfragen pariert der Trainer der PSV Recklinghausen rhetorisch so routiniert, als hätte er schon fünf Mal im Aktuellen Sportstudio gesessen. -

Was ist den nun mit Platz vier, den sein Team derzeit einnimmt? "Wir haben drei Punkte Vorsprung vor dem Sechsten. Wenn wir am Ende Fünfter sind, wäre das ausgezeichnet. Die Mannschaft hat eine gute Saison gespielt", lobte der Übungsleiter seine Spielerinnen nach dem 25:23-Erfolg gegen Union Halle-Neustadt. Und damit basta.
Bis zum nächsten Spieltag am 19. April, wenn sich die Frage wieder stellt - zum wohl alles entscheidenden Match beim HSC 2000 Magdeburg. Da bräuchte die PSV nach Lage der Dinge einen Punkt, um Platz vier zu verteidigen und die Aufstiegsrunde zur ersten Bundesliga zu erreichen.
Immerhin, so viel scheint festzustehen: Freiwillig werden die Recklinghäuser Handballerinnen den Rang nicht räumen. Bester Beleg dafür ist der Erfolg gegen Union Halle-Neustadt. Spielerisch leicht ist der PSV das 25:23 vor knapp 200 Zuschauern nicht zugefallen - das Ergebnis ist der Lohn einer großen Moral und harter Sonntagsarbeit. Die Gäste, die sich auch noch Chancen auf die Play-offs ausrechnen, zeigten mit dem Anpfiff die Richtung auf: Mit einer aufmerksamen, zupackenden, bisweilen sogar ruppigen Defensive stoppten die Hallenserinnen den Recklinghäuser Ballfluss. Unter der hemdsärmeligen Abwehrarbeit litt nicht nur die Spielkultur, sondern auch die Fitness. So humpelte PSV-Kreisläuferin Annika Claus im Zuge der Kampfhandlungen vor dem Gästetor bereits in der 9. Minute angeschlagen vom Feld und nahm auf der Bank Platz.
Für Halle zahlte sich das zunächst aus. 3:8 führte das Team nach elf Minuten. PSV-Trainer Kai Harbach nahm eine Auszeit und redete aufgeregt auf seine Spielerinnen ein. Mit dem gewünschten Resultat: Die PSV wehrte sich endlich, angeführt von Christina Weber und Andrea Surholt. Ihre sechs teils sehenswerten Treffer in Hälfte eins halfen, die PSV zurück ins Spiel zu bringen. 13:12 führte Recklinghausen zur Pause.
Danach blieb es spannend. Die PSV führte 14:12, später 19:16, doch stets schaffte Halle-Neustadt den Ausgleich. Die Entscheidung fiel in den letzten Minuten - weil die PSV zielstrebiger spielte, besser traf, konzentrierter verteidigte und in Kirsten Lübbert auch noch eine herausragende Torhüterin besaß.
Ein Erfolg der Moral sei das gewesen, befand Trainer Kai Harbach. "Hut ab davor." Unions Trainer Arne Kühr sagte: "Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat alles gegeben." Und als wollte er seinen Kollegen ärgern, schob er rasch nach: "Damit dürfte Recklinghausen wohl die Play-offs erreichen."

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