Das Ende der Diskussionen

Mareike Schüllenbach, Managerin PSV Recklinghausen. Foto WAZ Reiner Kruse (WAZ)Diese Entscheidung ist Mareike Schüllenbach nicht leicht gefallen. Seit mehreren Wochen bewegt die Managerin der Zweiliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen das Thema Playoff-Teilnahme.
Wenige Tage vor dem letzten Saisonspiel gegen den TSV Nord Harrislee aber macht sie nun unmissverständlich klar, „dass wir nicht an den Playoff-Spielen teilnehmen würden. Wenn wir es sportlich doch noch schaffen sollten, würden wir verzichten”. Aktuell ist Recklinghausen Fünfter, liegt nur zwei Punkte hinter dem HSC Magdeburg und würde wieder auf Platz vier klettern, wenn es gegen Harrislee einen Sieg gibt und Magdeburg gegen Berlin verliert.

Bei dieser endgültigen Entscheidung aber geht es Schüllenbach um die Glaubwürdigkeit des Vereins und auch darum, dass sie alleine die Verantwortung trägt und nicht mit einer möglicherweise leichtfertigen Entscheidung das Ding vor die Wand fährt. Natürlich versteht sie die Spielerinnen, die als Krönung einer sehr guten Saison zum ersten mal in der Vereinshistorie noch mindestens zwei weitere Spiele austragen würden können. Sie hat Verständnis für die Enttäuschung. Es ist schließlich ein bisschen so, als ob man eine Reise gewonnen hat und dann am Flughafen gesagt bekommt, dass diese Reise ausfällt und dass man mit gepackten Koffern wieder nach Hause fahren darf. Doch da der Verein PSV Recklinghausen im Vorfeld dieser Spiele schriftlich bestätigen müsste, dass er im Falle eines Falles den Aufstieg in die 1. Bundesliga auch annehmen würde, beendet Schüllenbach nun alle Diskussion und Hoffnungen. „Wir würden uns doch auch lächerlich machen, wenn wir spielen, irgendwie plötzlich auch noch gewinnen, dann aber sagen müssten, wir wollen und können gar nicht aufsteigen. Da nimmt uns doch keiner mehr ernst. Vor allem nicht Bernd Dugall, der Vorsitzende der Handball-Bundesliga-Vereinigung der Frauen.” Dass der Verein zudem die derzeitige Bürgschaft aufstocken müsste, statt bisher 20 000 Euro wären das dann 35 000 Euro, hat Schüllenbach bei ihrer Entscheidung zudem recht schnell die Richtung vorgegeben. Die Androhung einer sehr hohen Koventionalstrafe, die der Verein zahlen müsste, sollte er antreten, gewinnen und dann erst auf den Aufstieg verzichten, tat ihr Übriges.
Schüllenbach aber will das Ganze nicht in einem negativen Licht sehen, will nicht, dass plötzlich alles schlecht ist und die Stimmung im Keller. „Wir machen das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Eigentlich aber haben wir doch ein Luxusproblem. Wir reden hier schließlich darüber, ob wir das Aufstiegsrecht wahrnehmen. Vor dieser Saison haben wir gesagt, dass wir möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben wollen. Kai Harbach ging in seine erste Saison als Trainer bei der PSV. Es war nicht abzusehen, wie die Spielzeit läuft.”
Sie lief gut. Sehr gut. Auch Platz fünf wäre das beste Ergebnis in der Zweitliga-Geschichte der PSV, in der es bislang fast immer nur darum ging, frühzeitig den Klassenerhalt klarzumachen. 2007/2008 war es Platz sechs. 2006/2007 Platz zehn. 2005/2006 Platz acht. Diesmal kann es ganz entspannt ins letzte Heim- und auch Saisonspiel gehen. Zumindest für die Recklinghäuserinnen. Harrislee benötigt im Zweifelsfall noch zwei Punkte, um nicht noch auf den Abstiegs-Relegationsplatz zurückzufallen.

Davon unberührt werden am Samstag nach der Partie und vor der Party vier Spielerinnen verabschiedet. Dass Alexandra Wolf, Annika Claus und die junge Torfrau Eva Reiner aufhören, war klar, stand bereits länger fest. Neu ist, dass auch Andrea Surholt den Verein verlassen wird.

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