Schüllenbach erteilt die Playoff-Erlaubnis

Frauenhandball in der 2. Bundesliga bei der PSV Recklinghausen ohne Mareike Schüllenbach (38), das ist schwer vorstellbar. Die Managerin geht in ihr 13. Jahr. WAZ-Redakteur Markus Rensinghoff sprach mit ihr im Vorfeld der Saison die sportlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins.

Am Sonntag geht es in der 2. Bundesliga Nord der Frauen für die PSV Recklinghausen mit einem Heimspiel gegen den TSV Harrislee los. Planen Sie das etwas Besonderes?
Schüllenbach: Nein. Ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Spielzeiten ist vielleicht, dass sich jede Menge Politiker angesagt haben. Der neue Landrat Cay Süberkrüb wird da sein. Er ist übrigens ein großer Fan unserer Mannschaft, hat sich auch schon Trainingsspiele angesehen. Natürlich wird auch wieder Wolfgang Pantförder, der Recklinghäuser Bürgermeister da sein. Alle vier Jahre, immer wenn Bundestagswahlen anstehen, kommen die Politiker bei uns besonders gerne vorbei. Wahlkampf in der Sporthalle Nord.

Welche Möglichkeiten hat die PSV Recklinghausen in dieser Saison? Sind die Playoffs diesmal ein Thema?
Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Zunächst einmal ist es, dass in dieser Liga jede Mannschaft jede schlagen kann. Der große Vorteil in dieser Saison ist aber, dass wir besser planen können. Wir kennen die neuen Regeln, können frühzeitig schauen, ob die Playoffs für uns sportlich ein Thema werden. Im Dezember setzen wir uns immer zusammen und schauen was machbar ist, wo der Weg hingeht. In der vergangenen Saison war doch selbst im Juli noch nicht klar, wer wo spielen wird, wer ab- und wer aufsteigt. Da herrschte ein großes Durcheinander.

Es gibt also von Ihnen kein kategorisches Nein zu einer Teilnahme an den Playoffs?
Wir werden niemals sagen, dass wir da oben sowieso nichts machen. Einige Spaßvögel sagen ja sogar, dass die 1. Bundesliga einfacher zu stemmen sei, als die 2. Bundesliga. Unter geographischen Gesichtspunkten ist das vielleicht sogar so. Es bleibt natürlich weiterhin dabei, dass wir ein kleiner Verein sind. Größere Vereine können kleinere Steine, sprich Probleme, mal eben ohne Mühe zur Seite rollen. Das können wir nicht. Aber wir würden nie sagen, Playoffs: nein.

Das klingt deutlich anders, als in der vergangenen Saison, als die Playoffs finanziell kein Thema sein durften.
Nochmal. Da kam alles schnell und war absolut neu. Jetzt kennen wir die Regeln, könnten abschätzen, ob wir es uns erlauben könnten, vielleicht eine Strafe zu bezahlen, die fällig wäre, wenn wir Playoffs spielen und dann auf einen Aufstieg verzichten würden.

Aufgrund der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga wäre es doch fast besser, jetzt aufzusteigen. Dann hätte Ihr Team in der Saison 2011/2012 einen Platz dort sicher.
Schöne Idee aber kaum realisierbar. Diese Saison wird noch normal gespielt. Erst in der Saison 2010/2011 wird es dann den vermehrten Abstieg geben.

Sie sind 38, gehen in Ihr 13. Jahr als Managerin. Wie lange machen Sie das noch?
Das ist ein Drittel meines Lebens und es gab in den vergangenen Jahren durchaus Momente, da hatte ich die Unzufriedenheit in mir. Natürlich bin ich es selber Schuld, dass ich alles alleine mache. Besser wäre es, wenn ich die Aufgaben auf zwei, drei Köpfe verteilen würde. Ich bin für mich auch deshalb auf der strategischen Suche, die Last der Arbeit auf mehrere Schultern zu legen. Samstagsmorgens, wenn ich Zeit hätte, ist kaum einer zu erreichen. Denn das ist klar, auch bei mir geht der Beruf vor und dann ist es so, dass, wenn ich beruflich stark eingespannt bin, auch beim Handball Halligalli ist. Am besten wäre ein Pensionär, der sich in Recklinghausen auskennt und zum Beispiel die Sponsoring-Termine macht.

Wie wäre es mit Wolfgang Temme? Der Abteilungsleiter Handball bei der PSV ist doch jetzt pensioniert.
An den habe ich auch schon gedacht. Der aber hat jetzt sogar weniger Zeit als vorher. Ich weiß auch nicht was der macht.

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