PSV Handballerinnen geschwächt auf FUXX-Jagd

Handball-Zweitligist PSV Recklinghausen verkörpert aktuell das, was man gemeinhin als gepflegtes Mittelmaß bezeichnet. Acht Spieltage sind rum, und die Sieben von Trainer Kai Harbach steht mit 8:8 Punkten auf Platz acht jenseits von Gut und Böse. „Und genau da gehören wir auch hin“, sagt der Trainer. Letzten Endes hat sich nach dem ersten Saisondrittel mittlerweile das Tabellenbild herauskristallisiert, wie es der PSV-Trainer schon vor der Saison erwartet hatte. An der Spitze steht die SG Rosengarten, gefolgt von Greven, Halle-Neustadt und den Füchsen Berlin. „Diese vier stehen zu Recht da oben“, sagt Harbach.
Dass das „gepflegte Mittelmaß“, wie es die PSV verkörpert, aber nichts zu tun haben muss mit gähnender Langeweile, das haben etliche Partien gezeigt. Vier Mal spielten die Recklinghäuserinnen bereits Unentschieden, was im Handball stets die Folge ist von spannenden, Nerven aufreibenden 60 Minuten. So Nerven aufreibend, dass die PSV nun gleich zwei Mal in den letzten Sekunden einen vielleicht Sieg bringenden Siebenmeter vergeigte.
„An einem Schuss alleine liegt es nie“, meint dazu der Trainer, der definitiv nicht von einer neuen Krankheit mit Namen „Angst-von-der-Marke“ sprechen will. Sicher, zwei Punkte mehr, die mit verwandelten Strafwürfen mittlerweile möglich gewesen wären, hätten der PSV gut zu Gesicht gestanden. Im Endeffekt aber, da ist sich der Trainer sicher, gleicht sich so etwas im Laufe einer Saison irgendwie immer aus. Trotzdem hat Harbach mit einigem Interesse registriert, dass die beiden etatmäßigen Strafwurfschützinnen Christina Weber und Stefanie Reinhart zuletzt im Training verstärkt den freien Wurf vom Punkt geübt haben.
Eine Simulation, die in der Hektik des Spielgeschehens aber kaum helfen wird, schwant Harbach: „Die Situation im Spiel kannst du eben nicht nachstellen.“ Für ihn bleibt ohnehin Regel Nummer eins: Wer sich sicher fühlt, schnappt sich den Ball. „Das machen die Mädels auf dem Feld unter sich aus.“ Auch am Sonntag, wenn die PSV bei den Füchsen in Berlin antreten wird, soll dies Gültigkeit besitzen.
Von einem hübschen Herbstausflug in die Spreemetropole ist die PSV dabei weit entfernt. Anders als noch vor zwei Jahren, reist der Recklinghäuser Tross erst am Spieltag an. Um 6.30 Uhr geht’s los, neuneinhalb Stunden bleiben dann, um letzte Vorbereitungen auf den Gegner zu treffen.
Es ist einer der schwereren Kategorie mit einigen exzellenten Einzelspielerinnen, wie Junioren-Nationalspielerin Franziska Müller auf der Linksaußenposition, Manja Görl im Rückraum oder Sandra Woyciesczak im Aufbau, mit 57 Toren beste Werferin bei den „Füxxen“, wie sich der Fusionsklub selbst nennt.
„Da werden wir wieder eine stabile Deckung brauchen“, schwant Kai Harbach, der in dieser Hinsicht allerdings die wenigsten Bedenken hat. „Um in Berlin was zu holen, muss beides passen. Vorne müssen wir wieder besser abschließen.“
Ein Manko im letzten Spiel gegen Stemmer, wo der PSV in den zweiten 30 Minuten nur neun Tore gelangen. In Berlin, wo die Füchse noch ungeschlagen sind, freut man sich schon auf das Spiel gegen die „Remisspezialisten“.
Die Vorfreude dürfte dabei eher einseitig sein. „Die Trainingsbeteiligung war zuletzt schwach“, sagt Kai Harbach. Etliche Spielerinnen seien gesundheitlich angeschlagen. „Mitfahren werden aber erst einmal alle.“

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