Daniela Hannemann übernimmt - Interview RZ

Daniela Hannemann über ihren Start als Cheftrainerin bei der PSV Recklinghausen
Eigentlich habe sie ein wenig Abstand vom Handballsport nehmen wollen, wie Daniela Hannemann sagt. Nach ihrer schweren Knieverletzung, die die Rückraumspielerin vor gut einem Jahr zum Karriereende zwang, war Hannemann vor der Saison eigentlich als Nummer drei auf der Recklinghäuser Trainerbank vorgesehen. Nun aber, nachdem Co-Trainer Detlef Vogt vor der Spielzeit und Chefcoach Kai Harbach am Dienstagabend die Brocken hingeworfen haben, steht die 30-Jährige plötzlich in der Verantwortung.
? Wann haben Sie gewusst, dass nun Sie das Kommando übernehmen müssen?
! Hannemann: Dass Kai einen Schlussstrich ziehen würde, war leider abzusehen. Schon seit Wochen haben wir in dieser Sache Gespräche geführt, aber es wäre unfair ihm gegenüber, ihn immer wieder zum Weitermachen zu überreden. Er hat nun die Konsequenzen gezogen, das war für mich nicht so überraschend.
? Kai Harbach hat als Grund angeführt, dass Teile der Mannschaft offenbar nicht hinter ihm standen. Sehen Sie die Gefahr bei sich nicht?
! Hannemann: Das Problem sehe ich nicht, denn es war schon immer so, dass ich bei Schwierigkeiten die erste Ansprechpartnerin der Mannschaft war. Ich komme aus der Mannschaft, was ein Vorteil sein kann, aber auch ein Nachteil. Aber ich mache es. Ich hätte auch schlecht sagen können: Mädels, macht euren Mist jetzt alleine. Dazu bin ich nicht der Typ. Ich stelle mich der Situation, aber ich hätte auch kein Problem damit zu sagen: Wenn’s nicht geht, dann geht’s nicht.
? Am Samstag beim Tabellenletzten Rostock stehen Sie sofort unter Druck.
! Hannemann: Der Druck ist schon enorm, denn auch Rostock wird sich jetzt Chancen ausrechnen. Man braucht nicht groß drumherum zu reden: Wenn sich die Mannschaft nicht unheimlich am Riemen reißt und das letzte Quäntchen mobilisiert, das man braucht um ein Spiel zu gewinnen, wird es schwer.
? Bis Samstag bleibt Ihnen wenig Zeit. Planen Sie Veränderungen?
! Hannemann: Es ist schon eine sehr holprige Trainingswoche. Mittlerweile sind viele Spielerinnen berufstätig, auch am Dienstag waren nicht alle beim Training. Am Donnerstag sollten wir endlich mal komplett sein. Aber große Umstellungen werden wir kaum vornehmen, auch taktisch nicht viel. Kai und ich hatten uns in allen Spielen immer abgesprochen, und auch wenn er das letzte Wort hatte, waren wir uns meist einig. Würde ich jetzt alles über den Haufen werfen, würde ich selbst unglaubwürdig werden. Gut ist, dass die Mädchen wissen, woran sie sind.
? So, wie das Spiel gegen Oyten lief, wird’s ziemlich schwer.
! Hannemann: Daran müssen wir natürlich arbeiten. 15, 20 technische Fehler im Spiel und eine Fehlwurfquote von über 50 Prozent sind erschreckende Werte. Die Mannschaft muss nun hart an sich arbeiten, ich kann nur den Weg vorgeben.
Info: Daniela Hannemann (30) ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Als Geschäftsführerin des StadtSportBundes Remscheid bildet die ehemalige Bundesligahandballerin unter anderem Übungsleiter aus. Ihre Premiere als verantwortliche Trainerin bei der PSV Recklinghausen wird Hannemann am Samstag bei der Auswärtspartie in Rostock feiern (16 Uhr, Fiete-Reeder-Halle).

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