Jetzt ist bei der PSV das Team gefordert

Daniela Hannemann dementiert den Eindruck vom „Zickenalarm” bei der PSV.Bis vor 14 Tagen wähnte sie sich noch auf der „Abschiedstour vom Handball”, wie sie sagt. Am Montag bekamen die Dinge dann eine jähe Wendung und tags darauf verabschiedete sich Daniela Hannemann von jenem Abschied. Bis zum Saisonende, so ist es erst einmal geplant, übernimmt sie die sportliche Verantwortung beim Handball-Zweitligisten PSV Recklinghausen. Sie folgt auf den zurückgetretenen Kai Harbach, dem sie bislang auf der Trainerbank assistierte.
Dass die 30-jährige gebürtige Mendenerin als ehemalige Erst- und Zweitliga-Spielerin das Zeug dazu hat, ein Zweitliga-Team zu führen, daran besteht kein Zweifel. Zumal sie anders als zuletzt ihr Vorgänger wohl die Rückendeckung des gesamten Teams genießt. Sie, die im Sommer 2008 als vielversprechende Verstärkung aus Lintfort gekommen war und nach einer schweren Knieverletzung ihre aktive Laufbahn beenden musste, ist fest verankert im Kreis der Spielerinnen. „Allerdings muss ich in meiner neuen Rolle etwas Abstand nehmen”, sagt Hannemann. Trainerinnen können nicht everbodys darling sein.

Und weil das so ist, gibt sie ihren Spielerinnen eines unmissverständlich mit auf den Weg : „Jetzt ist das Team gefordert.” Es hat den vorzeitigen Abschied vom Coach zumindest in Teilen befördert und muss jetzt auch die Konsequenzen tragen. Wobei die neue Trainerin den Eindruck verwischen möchte, der Personalwechsel sei die Folge eines „Zickenalarms” gewesen. Es gab Differenzen zwischen einzelnen Akteurinnen und dem Coach, der ohnehin am Saisonende aufhören wollte. Nicht mehr und nicht weniger.

Sportlich wird sich aus Sicht der neuen Trainerin nur wenig ändern. „Ich habe natürlich eine andere Handschrift als Kai. Das ist es aber auch schon.” Das Potenzial ihrer Mannschaft schätzt sie ähnlich ein wie ihr Vorgänger: Bestes Team hinter den vier Play-off-Teilnehmern zu werden, das sei möglich. „Mehr nur dann, wenn sich alle steigern.” Und wenn die in dieser Saison bisweilen dürftige Trainingsbeteiligung sich deutlich verbessert; was indes aus berfuflichen Gründen bei einigen Akteurinnen nur eingeschränkt möglich ist. Abgesehen davon, werden sich Trainerin, Team und Klubführung bald gemeinsam der Frage stellen müssen, wieviel Mehr es denn überhaupt sein soll vor dem Hintergrund der anstehenden Strukturreform im Frauenhandball. Nächstes Jahr wird die eingleisige 2. Bundesliga eingeführt. Ob die PSV ernsthaft daran interessiert ist, dann dabei zu sein, ist noch unklar.

Ein Thema, das sich womöglich zwischen den Feiertagen trefflich erörtern lässt. Daniela Hannemann wird erst einmal bemüht sein, einen erfolgreichen Start hinzulegen. Dabei könnte ihr der Spielplan vielleicht sogar in die Karten spielen. Zweimal auswärts, nämlich an diesem Samstag in Rostock und in zwei Wochen dann in Harrislee anzutreten, ist unter den gegebenen Umständen einfacher als es Heimspiele gegen den ewigen Rivalen Greven oder gegen Titelanwärter Rosengarten wären.

Geklärt hat die Trainerin organisatorische Dinge. Zeitlich kann sie den neun Job stemmen, zumal sie noch Assistenten oder Assistentinnen zur Seite bekommt. Die werden etwa im Januar einspringen, wenn Hannemann einen längeren Urlaub antritt. Und auch ihr Arbeitgeber hat schon sein Okay gegeben. Daniela Hannemann, eine diplomierte Sportlehrerin, ist Geschäftsführerin des Stadtsportbundes Remscheid. Eine Frau vom Fach, die den Sport aus vielen Gesichtspunkten erfahren und verstanden hat. Das kann nie schaden.

Auf der Bank
Die Neue.
Manchmal kribble es noch in den Fingern. „Aber im Grunde genommen habe ich mit meiner aktiven Laufbahn abgeschlossen.” Das war nicht einfach für Daniela Hannemann, die für Borussia Dortmund in der 1. und 2. Bundesliga spielte und auch in ihrer Zeit in Hagen, Remscheid und Lintfort jeweils Leistungsträgerin ihres Teams vor. Abrupt beendet war die Karriere der neuen PSV-Trainerin vor gut einem Jahr. Im Spiel gegen Rosengarten zog sie sich eine schwere Knieverletzung zu. Seitdem wurde sie schon dreimal operiert, kann trotzdem immer noch nicht joggen und benötigt noch etwa ein halbes Jahr Physiotherapie, um wieder völlig fit zu werden. Im August hatte sie sich noch nicht vorstellen können, jemals hauptverantworliche Trainerin zu sein („Da ist mir der Zeitaufwand zu groß”). Ergo: Flexibilität scheint eine ihrer Stärken zu sein.

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