Schluss mit Bundesliga

Sportlich hat sie noch alle Chancen, die Klasse zu halten. Aber die PSV Recklinghausen hat sich entschieden, freiwillig aus der 2. Frauenhandball-Bundesliga auszusteigen.

So wird das Heimspiel gegen die TSG Wismar an diesem Samstag, an dem der fünftletzte Spieltag der Gruppe Nord ausgetragen wird, zum vorläufig letzten Heimauftritt in der Bundesliga. Eine Woche später tritt das Team von Trainerin Daniela Hannemann noch einmal in Stemmer an und wird dann die letzten drei Begegnungen nicht mehr austragen. Damit wäre sie erster Absteiger und würde in der Saison 2010/11 in der 3. Liga spielen, wie die Regionalliga künftig heißt.

Hintergrund für diesen „vernünftigen, wenn auch schwierigen Schritt” wie Managerin Mareike Schüllenbach sagt, ist die Entscheidung von fünf Leistungsträgerinnen, darunter der komplette Rückraum mit Christina Weber, Stefanie Reinhardt und Anne Saxe, nicht mehr in der 2. Liga spielen zu wollen. „Solche Spielerinnen können wir adäquat mit unseren finanziellen Möglichkeiten gar nicht ersetzen”, sagt PSV-Vorsitzender Wolfgang Temme. Und finanzielle Krafakte kämen nicht in Frage; nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga 2011, die noch höhere Kosten verursachen wird. „Wie tragen die Verantwortung für einen Verein mit 500 Mitgliedern.”

Dass die Entscheidung, in den letzten drei Spielen nicht mehr anzutreten, zu Anfeindungen führen kann, darüber sind sie sich bei der PSV im Klaren. Allerdings sieht sich der Klub zu dieser Maßnahme gezwungen. Die Regionalliga-Spielordnung sehe vor, dass nur ein sportlicher Absteiger aus der 2. Liga in der künftigen 3. Liga aufgenommen wird; also kein Verein, der freiwillig auf sein Zweitliga-Startrecht verzichtet, ohne sportlich abgestiegen zu sein. Und genau dieser sportliche Abstieg könnte in Frage gestellt sein, selbst wenn die PSV alle noch ausstehenden fünf Begegnungen bestreiten und verlieren würde. Vermutlich würde sie dann zwar den vorletzten Platz belegen; bliebe aber, falls ein Verein zurückziehen sollte, doch in der Liga.

Die Alternative hieße, aufs Zweitliga-Startrecht zu verzichten und in der Saison 2010/11 in der Verbandsliga anzutreten, in der momentan die zweite Mannschaft des Vereins spielt. „Aber wir wollen weiter leistungsorientierten Handball anbieten”, sagt Wolfgang Temme. Ein „normaler Rückzug” käme also nicht in Frage.

Mareike Schüllenbach, die seit 15 Jahren für die Geschicke der PSV-Frauen zuständig ist und die eine der Architektinnen der langjährigen Erfolgsgeschichte ist, versucht derweil die positive Seite des Ausstiegs zu sehen: „So haben wir die Chance, den Kader zu verjüngen und uns neu aufzustellen.” Christina Weber & Co. hätten signalisiert, diesen Prozess in der 3. Liga zu begleiten.

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