Oberliga oder 3. Liga

Man muss nicht auf das Restprogramm der Handballerinnen der PSV Recklinghausen in der 3. Liga blicken, um zu wissen, wie wichtig ein Sieg gegen Borussia Dortmund II gewesen wäre. Mit der 18:22-Niederlage rutschte das Team des Trainerinnenduos Sandra Mroz und Frauke Korfsmeier auf den drittletzten Platz.

Das ist der erste Abstiegsplatz und wenn man dann doch auf das Restprogramm blickt wird klar: Den Klassenerhalt zu schaffen wird schwierig bis unmöglich. Fünf Spiele stehen noch aus. Viermal müssen die PSV-Frauen noch auswärts antreten. Zunächst bei Spitzenreiter Obereschbach, dann beim Neunten Sulzbach, beim Fünften Roude Bascharage und beim Zehnten TuS Lintfort. Im einzigen Heimspiel geht es gegen den TV Verl. Stand heute wäre es schon fast schon eine Überraschung, wenn es dann ein „Endspiel“ um den Klassenerhalt geben würde.

 

Das sieht auch Managerin Mareike Schüllenbach so. Sie ist keine Pessimistin, musste aber nach dem Dortmund-Spiel eingestehen: „Das hat mich echt zurückgeworfen.“ Das Team sei nach dem Sieg gegen Lobberich gut drauf gewesen, habe gute Laune gehabt. Dann aber kam der Freitag vor dem Dortmund-Spiel und mit ihm der Moment, in dem Schüllenbach den Spielerinnen nach dem Abschlusstraining eine schlechte Nachricht überbringen musste. „Da musste ich ihnen sagen, dass Verl kampflos Punkte bekommt, weil Trier II nicht antritt.“ Dadurch zog Verl nach diesem 21. Spieltag in der Tabelle an den PSV-Frauen vorbei. Nicht nur deshalb spricht Schüllenbach im Zusammenhang mit Trier von „Wettbewerbsverzerrung. Gegen uns, auch gegen Borussia Dortmund II hat Trier gespielt, hat dabei Spielerinnen aus der 1. Bundesliga eingesetzt. Gegen Verl bekommen sie keine Mannschaft zusammen“. Es war das zweite Mal das Trier nicht antrat. Einmal noch und das Team steht als erster Absteiger fest. Für Schüllenbach eine durchaus mögliche Variante. „Trier trickst jetzt schon in der zweiten Saison in Folge mit der zweiten Mannschaft herum. Sie hatten schon vor dem Beginn der Saison nicht ausreichend Spielerinnen für das Team, müssen immer von oben auffüllen. Die erste Mannschaft aber hat auch immer Probleme, schafft vielleicht den Klassenerhalt nicht. Am 14. April haben sie das letzte Spiel in der 1. Liga, zeitgleich spielt die zweite Mannschaft in Mörfelden. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass sie da absagen müssen. Es wäre die dritte Absage und damit der Abstieg.“

Dann würden nur noch zwei weitere Teams aus der 3. Liga West absteigen. Der TV Lobberich scheint abgeschlagen, Borussia Dortmund aber ist wieder dran, hat nur noch drei Punkte Rückstand auf die PSV und trifft auch noch auf die Verlerinnen. Die wiederum müssen den Ausfall ihrer bislang besten Torschützin Nina Jacobkersting verkraften. Mroz und Korfsmeier können dagegen darauf hoffen, dass sie im Schlussspurt Stefanie Willebrand (ehemals Reinhart) nach ihrer Babypause wieder einsetzen können. Seit zwei Wochen trainiert sie wieder mit. Einen Rückschlag gab es dagegen bei Christina Weber. Die beste Torschützin der PSV in den vergangenen Jahren hatte sich im ersten Saisonspiel das Kreuzband im rechten Knie gerissen, hatte nach überstandener Operation aber weiterhin Probleme und musste vor zwei Wochen erneut operiert werden. Schüllenbach: „Jetzt kann sie schon besser laufen als in der gesamten Zeit davor.“ Sie wird frühestens in der kommenden Saison wieder angreifen können. Wobei auch sie bereits unabhängig von der Spielklasse bei der PSV zugesagt hat. „Wie fast das gesamte Team und die beiden Trainerinnen“, wie Schüllenbach sagt. „Nur Kreisläuferin Amina Niang macht endgültig Schluss, nach dem sie ja schon vor dieser Saison kürzer treten wollte. Dafür aber habe ich schon die Zusage zwei neuer Spielerinnen. Mit drei weiteren laufen intensive Gespräche. Sie würden kommen – wenn wir in der 3. Liga bleiben.“ Das aber ist mehr als fraglich. Planungssicherheit sieht anders aus.

Markus Rensinghoff

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