1. Damen

Härtetest der besonderen Güteklasse

Zweitligist PSV unterliegt Berlin und beklagt raue Gangart der Gegnerinnen
An intensive, umkämpfte Spiele sind die Zweitliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen gewohnt. Aber was Anne Saxe, Steffi Reinhart und Co. bei der 33:38 (17:17)-Niederlage bei BVG Berlin alles einstecken mussten, das war eine neue Qualität.
Selten, dass Trainer Kai Harbach derart in Rage gerät wie nach dem Spiel. Als „knallhart und unfair“ bezeichnet der 43-Jährige das Berliner Auftreten. „Die Schiedsrichter hätten mehr Mut beweisen müssen, auch mal eine Spielerin des Feldes verweisen müssen.“
Vor allem in der 52. Minute, als die Referees wieder einmal auf den Siebenmeterpunkt zeigten. Doch anstatt die alles überragende Juliane Lang (neun Tore) vom Feld zu stellen – es wäre ihre dritte Zeitstrafe gewesen – erwischte es eine Mitspielerin. Zwar erzielte die PSV durch Christina Weber (Bild), die alle elf (!) Siebenmeter verwandelte, das 30:28. In der Folgezeit war es aber ausgerechnet Lang, die zum Teil trotz Unterzahl vier Tore in Folge markierte und das Spiel wieder drehte.
„Es nutzt ja nichts, nur auf den Gegner zu schimpfen. Natürlich haben wir in den entscheidenden Phasen zu viele Bälle weggeworfen. Und einen Deckungsverbund hatten wir in Berlin auch nicht.“ 38 Gegentreffer sind in der Tat eine echte Hypothek. „Der Verschleiß war am Ende deutlich. Wir haben alles probiert, haben 6:0 und 5:1 gedeckt, trotzdem aber hatten wir überall Lücken“, so Kai Harbach.
Dabei hatte die Partie so gut angefangen. Nach 20 Minuten hatte es 14:9 für die Gäste gestanden. Nach ausgeglichenem Pausenstand (17:17) war zunächst Berlin besser im Spiel (23:20), ehe der PSV die Wende gelang (30:28; 52.).
„Bei aller Härte war es kein schlechtes Spiel“, meint Kai Harbach: „Leider hat Berlin zum ersten Mal seit langem wieder die Leistung gezeigt, zu der das Team in der Lage ist.“ Zuvor hatte BVG drei Niederlagen in Folge kassiert.
PSV RE: Lübbert, Schultz – Weber 13/11, Reinhart 6/1, Claus 4, Danhof 4, Saxe 2, Beikirch 1, Surholt 1, Brandes 1, Pieper 1

Alles zwischen Respekt und Sympathie

Handball: Pokalspiel der PSV war eine Werbung für den Frauenhandball / Was bleibt davon in der Liga übrig?
Nach den stehenden Ovationen und vielen Klopfern auf die Schulter, wich endlich auch die Anspannung von Kai Harbach. Die Vorfreude des Recklinghäuser Trainers aufs DHB-Pokal-Viertelfinale gegen VfL Oldenburg war wenige Stunden vor Anwurf nämlich irgendwie ins Gegenteil umgeschlagen.
„Ehrlich gesagt, habe ich mir auf der Hinfahrt zur Halle schon einen Kopf gemacht, was passieren würde, wenn wir mit 18:40 oder so untergehen“, bekannte der Übungsleiter. Zum Glück wurde er eines Besseren belehrt.
Sein Team heimste neben dem Respekt des Gegners (Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki: „Recklinghausen hat uns das Leben schwerer gemacht als erwartet“) beim munteren 22:31 eben auch die Sympathien der 450 Zuschauer in der proppevollen „Sporthölle Nord“ ein.
„Wir haben uns deutlich besser verkauft als erwartet“, meint PSV-Abteilungsleiter Wolfgang Temme. Rund 40 Helferinnen und Helfer hatte die Abteilung fürs „Spiel des Jahres“ auf die Beine gebracht, die über sechs Stunden vollen Einsatz brachten. „Auch das ist eine großartige Leistung“, meinte Temme in Richtung der tatkräftigen Frauen und Männer. Es war eben ein runder Abend, da störte das erwartete Pokal-Aus niemanden. Lob gab es mehr als genug, der finanzielle Segen bleibt indes aus.

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Ein Feiertag für alle

WAZ / 25.02.2009, Markus Rensinghoff
Licht aus. Spot an. Feiertag in der Sporthalle Nord in Recklinghausen. Feiertag für die Zweitliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen. Im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen den Erstligisten VfL Oldenburg gab es zwar die erwartete Niederlage.
Aber nicht nur, weil sie mit 22:31 (11:17) absolut im Rahmen blieb und wie von PSV-Trainer Kai Harbach „unter zehn Toren Differenz”, gab es bei allen Beteiligten strahlende Augen und nach oben gehende Mundwinkel. Zuallererst natürlich bei den Oldenburgerinnen, die den Sieg mit ihren Fans feierten und nicht den Fehler gemacht hatten, den Zweitligisten nicht ernst zu nehmen. Die Oldenburgerinnen haben durch diesen Erfolg das Final-Four-Turnier in Riesa erreicht, haben sich damit einen weiteren Saisonhöhepunkt erspielt und damit die Chance auf einen Titelgewinn gewahrt. Wie wichtig das für die Spielerinnen war, machten die zahlreichen geballten Fäuste im ersten Abschnitt nach gelungenen Aktionen und Toren deutlich.
Mehr als zufrieden aber waren eben auch die Recklinghäuserinnen. Angefangen von Managerin Mareike Schüllenbach, die sich über eine reibungslos verlaufene und absolut gelungene Abendveranstaltung freuen durfte. Von der randvollen Halle, bis zum Verkauf, der den einen oder anderen Euro in die Vereinskasse brachte, der Musik und der Stimmung insgesamt.

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DHB Viertelfinale - PSV empfängt Bundesligisten VfL Oldenburg

Riesa? Das wär doch mal was! 
Ehe die PSV zum „Final Four“ fährt, muss heute ein übermächtiger Gegner geschlagen werden
 
von Olaf Krimpmann
Für die Zweitliga-Handballerinnen der PSV ist es „das“ Spiel des Jahres. Mit dem VfL Oldenburg gastiert heute in der Halle Nord ab 19.30 Uhr eine der erfolgreichsten deutschen Mannschaften der vergangenen Jahre.
Gegen den EHC-Challenge-Cup-Sieger 2008 und EHF-Pokal-Achtelfinalisten sind die Rollen im DHB-Pokalviertelfinale klar verteilt. „Hauptsache, wir gehen nicht so unter wie Celle“, meint Andrea Surholt. Der Spitzenreiter der 2. Liga Nord war im Achtelfinale gegen den VfL mit 28:42 demontiert worden.
Die 32-Jährige bringt die meiste Erfahrung mit im Team der PSV. Neun Jahre spielte die Außenspielerin erstklassig, unter anderem in Riemke, Trier und Dortmund. Pokalspiele hat die Diplom-Sportwissenschaftlerin viele mitgemacht. Doch das Final-Four-Turnier in Riesa vor mehreren tausend Zuschauern hat sie noch nicht erreicht. „Das wäre doch mal was“, meint sie: „Aber das hat meines Wissens mit einer Ausnahme noch kein Zweitligist geschafft.“
Die PSV könnte Nummer zwei werden. Außer ihr sind nur noch Erstligisten im Wettbewerb. Aber Andrea Surholt weiß nur zu gut: „Zwischen der ersten und der zweiten Liga liegen schon Welten.“
Was auch kein Wunder ist: In den Spitzenteams wird unter Profibedingungen gearbeitet. Sieben-, achtmal die Woche wird trainiert. Dazu kommt wie im Fall des VfL Oldenburg die stete Praxis in Liga, DHB- und Europapokal. „Klar, dass allein das Tempo ein ganz anderes ist“, sagt Andrea Surholt. Und das ist in der Spitze ein entscheidender Faktor.
Nur: Wie will die PSV heute Abend Schritt halten? Mit der Leistung des letzten Freitags, als die PSV im Heimspiel gegen den SC Greven 09 (25:27) enttäuschte, dürfte es heute Abend heftig werden. Andrea Surholt: „Es hört sich zwar blöd an, ist aber so: Wir müssen unsere Chance suchen und die Tore auch machen.“
Dass die PSV das Tempospiel der Oldenburgerinnen ganz wird verhindern können, glaubt selbst Trainer Kai Harbach nicht. Nur: Zu oft sollte der Gegner nicht zu einfachen Toren kommen. „Wir müssen einfach schlauer spielen“, sagt der Trainer. Was in der Theorie bekanntermaßen leichter ist als in der Praxis.

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Pokal - "Da wird einem schwindelig"

Richtig anpacken müssen Annika Claus (l.), Julia Pieper (r.) und die PSV, wenn sie gegen Oldenburg nicht untergehen wollen. Foto: Reiner Kruse (WAZ)Klassisch wird ein Kampf zweier ungleicher Rivalen gerne umschrieben mit „David gegen Goliath”. Das müsste ein Spiel zwischen einem Erst- und einem Zweitligisten eigentlich nicht sein - meint man.
Im Frauenhandball aber ist die Leistungsschere zwischen beiden Ligen enorm. „Das ist nicht eine, das sind zwei Klassen”, sagt Peter Goergen, Geschäftsführer von Erstligist VfL Oldenburg vor dem Pokalspiel bei der PSV Recklinghausen, und verweist auf das Beispiel Borussia Dortmund. Die BVB-Frauen diktierten nach dem Erstliga-Abstieg das Geschehen in der 2. Liga, kehrten zurück ins Oberhaus und haben nun wieder Mühe, sich zu behaupten.
Kai Harbach macht sich denn auch gar keine Illusionen über die Möglichkeiten, mit seiner PSV in dem ungleichen Pokalkampf zu bestehen. Vor zwei Wochen konnten sich der Trainer und sein Team auf Einladung von Bayer Leverkusen beim Bundesligaspiel gegen Oldenburg von den Qualitäten des Cupgegners Oldenburg überzeugen. „Das wird einem schon ein bisschen schwindelig”, gestand er und dachte dabei gerade an die pfeilschnellen Außenspielerinnen. Sein Credo: „Für uns ist das Spiel ein Highlight, bei dem wir uns ordentlich präsentieren wollen. Dazu müssen wir uns gegenüber dem Greven-Spiel allerdings vor allem kämpferisch steigern.”

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