PSV empfängt Westerholt zum "Kuschelderby"

RECKLINGHAUSEN. Die beiden letzten Kreisderbys in der Verbandsliga sind noch in lebhafter Erinnerung. Tumulte beim Spiel HSC Eintracht Recklinghausen - SV Westerholt, ein bis zur letzten Sekunde Nerven aufreibendes Derby zwischen der PSV und dem HSC – da kann das dritte Duell zwischen der PSV Recklinghausen und Westerholt kaum mithalten.

Westerholts Mittelmann Philipp Jacob spricht schon von einem „Kuschelderby“, das am Samstag droht.

Wofür in erster Linie die Tabellensituation spricht. PSV wie Westerholt sind aller Sorgen entledigt, was die einen (Recklinghausen) so früh in der Saison erfreuen dürfte, die anderen (Westerholt) wurmt. Sie hatten bekanntlich vor, um den Titel mitzuspielen. Nun könnte Westerholt sogar noch den Status als Nummer eins aus dem Kreis in der Liga verlieren, denn mit einem Sieg wäre die PSV am SVW zunächst einmal in der Tabelle vorbei marschiert.

Ob es das alleine ist, was die Mannen von Ingo Häußler am Samstag noch einmal antreiben wird, oder aber die zu diesem Zeitpunkt sensationelle 31:37-Heimniederlage im Hinspiel, sei einmal dahin gestellt. Fakt ist: Mit der PSV ist derzeit stärker denn je zu rechnen. 11:5 Punkte im Kalenderjahr 2013 sprechen dabei eine deutliche Sprache.

Viel mehr aber auch nicht. „Westerholt hat nach wie vor Qualität. Um diese Mannschaft zu schlagen, benötigen wir eine optimale Vorbereitung. Und genau die haben wir nicht“, sagt Kai Müller. Die Zahl der gesunden Spieler sei in diesen Tagen nämlich deutlich geringer als die der erkrankten. Zu allem Überfluss fiel Torhüter Niklas Bell auch noch eine Treppe herunter und verdrehte sich das Knie.

„Eine Mannschaft werden wir Samstag stellen, für viele aber wird’s das erste Mal sein, dass sie in dieser Woche in der Halle sind“, sagt der Übungsleiter, der dennoch vor einer ungewohnten Situation steht. Erstmals in dieser Saison kann sein Team befreit aufspielen. „Und das könnte ja ganz nett sein, mal ohne Druck aufzuspielen.“

Druck verspürte der Recklinghäuser Kontrahent SV Westerholt im Hinspiel einigen. „Da hat man schon im Vorfeld die Spekulationen gehört, wie hoch wir gewinnen werden“, blickt Trainer Ingo Häußler zurück. Der Rest ist Geschichte: Während sein Team auf dem Spielfeld verkrampfte, spielte sich die PSV „in einen Rausch, den man nur schwerlich wiederholen kann“, wie Kai Müller einräumt.

Für den scheidenden Westerholter Trainer Ingo Häußler geht es Samstag und in den folgenden Wochen darum, zu zeigen, „dass wir gegen die Mannschaften, gegen die wir in der Hinserie schlecht ausgesehen haben, nun besser abschneiden. Und mit einem Sieg im Rückspiel sehe ich selbst nicht ganz so blöde aus“, wie der Linkshänder mit einem Lächeln sagt.

Was für die Gäste spricht: Sie sind zuletzt wieder in die Spur gekommen und haben vor allem im Angriff zu alter Stärke gefunden. Sechs Tore fehlen dabei Christopher Klasmann, um vor der kurzen Osterpause die magische 200-Tore-Marke zu knacken – viel spricht damit dafür, dass es der Rückraumwerfer am Samstag in der Halle Nord tun wird; dort, wo auch Ingo Häußler schon tätig war und wo er für Samstag kaum einen erbitterten Kampf bis zuletzt erwartet: „Für fast alle Mannschaften geht es doch nur noch darum, ob am Ende Platz vier oder zwölf bei rausspringt. Und Westerholt gegen PSV war schon im Hinspiel kein Derby, wo sich alle gegenseitig die Köpfe eingehauen haben.“

Für Häußler wird es das vorerst letzte Kreisderby als Trainer sein. „Hier aus der Kante gab es noch keine Anfragen, und den Stress, für eine Trainertätigkeit vielleicht bis nach Wuppertal zu fahren, den muss ich mir nicht antun“, meint der Trainer, angesprochen auf seine näheren Zukunftsplanungen. Möglich also, dass Häußler als Trainer ein Sabbat-Jahr einlegen wird. „Vielleicht werde ich mich mit meinem Kumpel Karsten Kremling noch in Dorsten als Handball-Opa fithalten.“

PSV Recklinghausen - SV Westerholt; Sa., 19.30 Uhr – Halle Nord, Halterner Str.

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