Der Pfosten rettet Haltern - 30:30

HALTERN. Es ist bisweilen Sitte, dass in einem Thriller das Wechselspiel zwischen dem Offensichtlichen und dem Unerwarteten zu einem hochdramatischer Schlussakkord führt. Ein Paradebeispiel war das 30:30 im Kreis-Derby zwischen dem HSC Haltern-Sythen und der PSV Recklinghausen.Die Hauptdarsteller des finalen Showdowns: Cedric Elsen, Halterns Keeper Rico Robert und der Pfosten. Vier Sekunden waren auf der Uhr verblieben, als Elsen zur Siebenmeter-Marke schritt und den Ball ans Aluminium hämmerte. Zuvor hatte Elsen alle sechs Versuche sicher versenkt.


Dass es überhaupt zu diesem Krimi kam, lag zu großen Teilen an einer mannschaftlich stark auftrumpfenden PSV, die allen Unkenrufen zum Trotz mit heißem Herz und kühlen Kopf agierte. Besonders bitter war Trainer Kai Müller aufgestoßen, dass im Vorfeld „beinahe nur über die Höhe unserer Niederlage diskutiert wurde“.

Dank eines gut aufgelegten Torhüter Niklas Bell, der drei Siebenmeter parierte, und einer aggressiven 3:2:1-Deckung dämmte man die Halterner Offensivwucht ein. Nur einen bekamen die Recklinghäuser nicht in den Griff: Alexander Mazur. Der Rückraumschütze machte seinem Ruf alle Ehre und netzte 13 Mal ein. Da half auch eine Manndeckung nicht.

Der HSC beschränkte sich fortwährend auf das Herausholen von Freiwürfen, die Mazur dann gnadenlos vollstreckte. „Wenn man solch einen Mann in seinen Reihen hat, ist es auch nicht verwerflich auf diese Art Handball spielen zu lassen“, erkannte auch Müller neidlos an.

Privatduell zwischen Mazur und Bell

Von Verletzungspech geplagt war der Halterner Kader zuletzt arg dezimiert worden. Trainer Frank Mazur: „Es ist jetzt das fünfte Spiel in Folge, dass wir in dieser schmalen Besetzung antreten.“ Auch das intensiv geführte Derby hinterließ einige Verschleißspuren. „Die Jungs haben sich aufgerieben. Die Pause haben wir uns wirklich verdient“, so Mazur.

Offensiv brillierte die PSV angeführt von einem treffsicheren Frederik Bell, der sich mit Mazur quasi ein Privatduell im ersten Durchgang lieferte, mit geduldig und konsequent zu Ende gespielten Angriffen. An dieser Stelle seien ausdrücklich die beiden Treffer Alexander Mazurs zum 9:8 (16.) und 24:23 (48.) erwähnt. Denn das sollten die einzigen Führungstreffer für Haltern im gesamten Spiel bleiben, das nämlich stets von der PSV mit zwei oder gar drei Treffern Vorsprung angeführt wurde. In Durchgang zwei erhielt Bell (Müller: „Er hat bombastisch gespielt“) zusätzliche Unterstützung durch Elsen. Schlussendlich kamen beide jeweils auf neun Treffer. Dennoch analysierte Müller: „Wir können hier die Partie früher zu unseren Gunsten entscheiden.“

In der Tat lag das Momentum oftmals bei der PSV, die speziell in Überzahl gute Einschussmöglichkeiten ausließ. „Wie ein roter Faden in unserer Saison“, haderte Müller mit dieser Schwäche.

Somit steuerte die Partie auf seinen unausweichlichen Höhepunkt zu. Das der aus PSV-Sicht nicht zum i-Tüpfelchen wurde, ordnete Müller nüchtern ein: „Das Remis geht in Ordnung.“ Frank Mazur bilanzierte: „Ich denke, die Zuschauer haben einen offenen Schlagabtausch zwischen zwei starken Mannschaften gesehen.“

INFO
HSC Haltern-Sythen: Lüger, Robert – Mazur (13/2), T. Herrmann (4), Richter (4), J. Schrief (3/1), Engberding (3), Drüppel (2), Schulte-Lünzum (1), Schellhase, Redemann
PSV Recklinghausen: N. Bell, Rietdorf (n.e.) – F. Bell (9), Elsen (9/6), Lange (3), Kleine (2), Schreiber (2), T. Brannekämper (1), Sodys (1), Hülsmann (1), Albers (1), Berheide (1)

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