SV Westerholt siegt im Kreisderby

Der Schlusspunkt war ein ganz bitterer für die PSV Recklinghausen. Westerholts Lars Klasmann kommt frei am Raum zum Wurf und tunnelt Keeper Michael Rietdorf zum 27:29. Rietdorf – ohne echte Abwehrchance – fällt zu Boden. Resigniert.

Und auf den Rängen feiern die Westerholter Anhänger ausgelassen einen unverhofften Derbysieg. Mit 29:27 (13:15) setzt sich der SVW in der Halle Nord durch. Überraschend nach den letzten Leistungen und auch nach dem Verlauf über weite Teile des Spiels. „Verdient“, wie aber selbst Recklinghausens Trainer Kai Müller zugibt. „Wir dürfen uns nicht beschweren.“

Nerven hatten seine Mannen gezeigt. Ausgerechnet in der Schlussphase eines nicht unbedingt immer hochklassigen, dafür aber jederzeit spannenden Derbys. Vier technische Fehler sah das Unparteiischen-Gespann Bernd Heidrich/Andreas Serafini (Hagen) alleine in den letzten acht Minuten. Eine in einem solch engen Spiel zwangsläufig tödliche Bilanz.

Aber Westerholt hatte den Sieg auch erzwungen. „Der war aus der Not geboren“, strahlte Trainer Lars Heckmann. Man sah ihm dabei an, wie wertvoll dieser Erfolg für ihn in seiner noch jungen Karriere als Verbandsliga-Trainer war und wohl auch ist.

Seinem Team war vor 400 Zuschauern zwar ein Start nach Maß geglückt (3:0; 4.). Als jedoch Cedric Elsen per Siebenmeter zum 5:4 traf und Sekunden später Niklas Bell einen Strafwurf des Westerholters Philipp Jacob parierte, schien Recklinghausen endlich in der Spur.

PSV-Deckung steht nicht so sicher wie gewohnt

Doch recht absetzen konnten sich die Hausherren zu keinem Zeitpunkt der Partie. Die Wurfquote war nicht überragend, und auch die sonst solide 6:0-Abwehr offenbarte immer wieder Schwächen, die vor allem Kreisläufer Marius Leibner – Samstag ohne Fehlwurf – immer wieder geschickt ausnutzte.

„Ich habe im Training und vor dem Spiel noch auf die Westerholter Spielweise hingewiesen. Daher muss sich die Mannschaft selbst hinterfragen, warum sie das nicht besser gelöst hat“, kritisierte Trainer Kai Müller.

Mit einer 15:13-Führung ging’s dennoch in die Pause. Sie war vor allem ein Produkt des Überzahlspiels, das die PSV an diesem Abend besser spielte als der Gegner.

Wenn aber etwas einer Mannschaft Auftrieb geben kann, dann sind es Treffer aus scheinbar aussichtslosen Situationen. In Unterzahl etwa. Und vor einer anscheinend solch ausweglosen Situation stand der SV Westerholt nach exakt 52 Minuten.

Nach einem Foul an Kai Sodys erhielt Westerholts Denker und Lenker Philipp Jacob seine dritte Zeitstrafe. Der Mittelmann musste damit auf die Tribüne. Felix Albers ließ per Tempogegenstoß prompt den Treffer zum 26:25 für Recklinghausen folgen. Die Vorentscheidung? Mitnichten.

Glück und Können paarten sich nun auf Seiten des SVW und gingen eine für die PSV unheilvolle Symbiose ein. Erst fiel Marius Leibner der Ball nach einem Pfostentreffer von Fabian Hentschel buchstäblich in die Hände, sodass der Kreisläufer zum 26:26 ausgleichen konnte.

Kai Sodys und der agile Lars Klasmann legten dann jeweils einen Treffer für ihre Mannschaft nach – es blieb unentschieden.

Heckmann hatte längst im Angriff auf ein 4:2 umgestellt – in Ermangelung eines weiteren Rückraumspielers ging nun auch Florian Weißelstein an den Kreis. Es war die bereits angesprochene „Not-Variante“. Auch damit hatte die PSV ihre argen Probleme.

Die Gastgeber zeigten Nerven: Etliche Schritt- und Fußfehler folgten. Zum Unvermögen kam auch noch Pech hinzu: Recklinghausens Andreas Berheide visierte das Torgebälk an. Und wieder profitierte Westerholt von einem Pfostentreffer, denn Sebastian Schmedt schnappte sich den Ball und lief den entscheidenden Gegenstoß.

Als dann auch noch Thomas Brannekämper am gut aufgelegten Jörn Maiß im SVW-Tor scheiterte, gab es im Westerholter Lager kein Halten. Lars Klasmann war es dann vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen.


• PSV Recklinghausen: N. Bell, Rietdorf – Brannekämper (1), Kleine (3), Schreiber (2), Sodys (4), Fischer (1), Elsen (8/1), Albers (2), Berheide (3), Lange (1), Hülsmann (2), Elpers

• SV Westerholt: Maiß, Pavlakovic – Seb. Schmedt (4), R. Schmedt, Jacob (6/1), Hentschel (1), Schürmann (3), Mühlnickel, Müßner, Klasmann (7/2), Leibner (8), Weißelstein, Georgiev, Hoehnisch

• Schiedsrichter: Bernd Heidrich/Andreas Serafini (Hagen)

• Zeitstrafen: PSV 3 – Westerholt 6

• Zuschauer: 400

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