Mit Geduld und Spucke

Recklinghausen. Die Frage alleine grenzt schon an Lächerlichkeit. Ob er sich die Saison so vorgestellt habe. „Natürlich nicht. Keiner stellt sich vor verletzt zu sein“, sagt Thomas Brannekämper.

Der Rückraum-Scharfschütze konnte bisher noch in keinem Ligaspiel für Handball-Verbandsligist PSV Recklinghausen mitwirken. Mit seiner bloßen Rückkehr von Regionalligist VfL Eintracht Hagen hatte er die PSV in den Augen der Liga-Konkurrenz zu einem der Topfavoriten um den Aufstieg in die Oberliga gemacht.

Brannekämper erlitt einen Abriss des Knorpels vom Knochen des Schultergelenks. Eine Operation ist unumgänglich. „Ich schätze, dass ich auf jeden Fall bis Januar aussetzen muss. Im Alltag merkt man es zwar schon, es geht aber.“ Bei einer falschen Bewegung würde sich seine Schulter auskugeln. Es ist nicht Brannekämpers erste Verletzung in der jüngeren Vergangenheit. „In den letzten ein, zwei Jahren hatte ich ein bisschen Pech, bei meinem Bruder war es aber schlimmer.“ Während seiner Zeit in Hagen verletzte sich Brannekämper am Fuß und verlor einige Zähne. „Man kann da wirklich nicht von Glück sprechen“, meint auch PSV-Spielertrainer Ingo Häußler.

Trotz Brannekämpers Ausfall läuft es bei den Recklinghäusern nach Maß. Nach vier Spieltagen belegt die PSV als einzige noch ungeschlagene Mannschaft den ersten Platz. Häußler: „Bisher ist es gutgegangen. Man kann das Ganze auch positiv sehen und sagen, dass man in der Rückrunde noch einmal die Chance hat in einer entscheidenden Phase einen leistungsstarken Mann dazuzubekommen. Wir wollen oben mitspielen. Egal ob es am Ende der erste, zweite, dritte oder vierte Platz wird.“

Bemerkenswert ist dabei, dass sich der Kader der PSV im Vergleich zur vergangenen Spielzeit kaum verändert hat. Und damals spielte die PSV bekanntlich lange unter ferner liefen. Coach Häußler: „Bis auf Michael de Bruyn, der ja bisher eher ein Ergänzungsspieler war, und Christian Jacoby ist das die Mannschaft der letzten Saison. Allerdings haben wir uns auch gegen Ende der letzten Saison einigermaßen gefangen.“

Thomas Brannekämper freut sich ebenfalls, dass es „bisher gut gelaufen“ ist. Wie sein Bruder Michael, der seine aktive Laufbahn aus Verletzungsgründen beenden musste, ist der großgewachsene, gebürtige Oldenburger, als Trainer bei der PSV tätig. Während Michael die Zweitvertretung in der Bezirksliga coacht, betreut Thomas seit Saisonbeginn die Landesliga-Frauen.. „Ich war früher schon Jugendtrainer bei der PSV. Dass man jetzt auf mich zugekommen ist war also durchaus zu erwarten. Eigentlich sollte ich nur der Co-Trainer werden, aber nach einigen Absagen wurde ich dann gefragt, ob ich es machen könnte.“

Bisher verlief diese Saison für die Trainer Brannekämper alles andere als erfolgreich. Beide sind mit ihren Mannschaften Tabellenletzter. Dabei stand der Name Brannekämper in der Vergangenheit ganz klar für Erfolg. Mit Thomas als überragendem Torjäger schnupperte die PSV gleich mehrfach am Aufstieg zur Oberliga. Seine Bilanz ist eindrucksvoll und spricht für sich. Zweimal wurde er im Trikot der Recklinghäuser Torschützenkönig. Die PSV kann sich also nach seiner Gesundung auf einiges freuen. Und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

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