Aus Spaß wird Ernst

Junggesellenabschiede. Unzählige Filme wurden schon darüber gedreht. Mit immer absurderen Folgen der ausschweifenden Party-Nacht. In den Zaubertrank ist bisher aber noch keiner gefallen. Martin Mühlenbrock scheinbar schon. Am 4. März 2007, einen Tag nach seinem Abschied vom Junggesellendasein, lief der Torhüter der Zweitvertretung der PSV Recklinghausen, damals noch in der Landesliga, aus einer Wette heraus als Obelix verkleidet gegen den SV Westerholt auf. Es ist einer der wenigen Berührungspunkte der beiden Klubs, die sich am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Nord) erneut messen. Die Konstellation ist mittlerweile allerdings eine andere.

Westerholt ist inzwischen im zweiten Verbandsliga-Jahr und hat es nun mit der ersten Mannschaft der PSV zu tun. „Westerholt ist keine Laufkundschaft mehr“, meint auch Christian Pieper, Co-Trainer der Recklinghäuser und an jenem Tag selbst als Spieler im Einsatz. „Wenn wir mit der Mentalität ins Spiel gehen, dass wir ein Aufstiegskandidat sind und Westerholt gegen den Abstieg spielt, wird es schwer werden. Sie stehen in der Tabelle nicht mehr unten und das auch zurecht.“

Für Westerholts Trainer Uwe Bekston sind solche alten Kamellen Neuland. „Meine Spieler kennen die Spieler der PSV wahrscheinlich besser als ich“, so der Dortmunder, der die PSV allerdings in Schwerte noch einmal genauer unter die Lupe nahm. „Die Mannschaft ist im Rückraum sehr gut aufgestellt und hat an sich einen Kader, der durch die Bank gut besetzt ist. Sie ist über Jahre stabil gewachsen. Dementsprechend ist die PSV auch gegen uns der Favorit. Vielleicht haben aber wir eine kleine Chance.“

Dafür müsse sein Team in der Deckung aber besser als zuletzt zu Werke gehen. „Unsere Abwehrleistung war in den letzten Wochen überhaupt nicht gut. Bereits in der Vorbereitung hatte ich die Arbeit an der Abwehr in den Vordergrund gestellt. Mir hatte die Grundauslegung nicht gefallen, das war viel zu passiv. Wir haben einige Spieler in der Mannschaft, die eher defensiv orientiert sind. Gerade gegen Mannschaften, die Rückraum-Schützen haben, tun wir uns deshalb schwer.“ Genau in dieses Profil passt auch die PSV, weshalb Bekston auf eine deutliche Steigerung hofft.

Doch auch trotz der Probleme in der Deckung hätte die Auswärtsserie der Westerholter, sie hatten bis zur Niederlage beim OSC Dortmund alle Begegnungen in der Ferne für sich entschieden, nicht sein müssen. „Unsere Torausbeute muss einfach besser werden. Beim OSC hätten wir trotz der schlechten Leistung noch gewinnen können.“

Egal wie die Westerholter, bei denen Torhüter Chris Pielors aufgrund seiner anhaltenden Knieprobleme voraussichtlich bis Ende des Jahres ausfallen wird, in Recklinghausen zurechtkommen, Pieper erwartet einen heißen Tanz. „Westerholt wird bestimmt auch ein bisschen Publikum mitbringen und es wird eine ganz nette Stimmung geben. Meiner Meinung nach wird die Mannschaft gewinnen, die ihre Nerven schneller unter Kontrolle hat uns ihre Leistung abruft.“ 2007 gewann übrigens Westerholt mit 44:28. Die PSV II stieg am Ende ab. Aber auch das war eine andere Mannschaft, als sie es am Samstag ist.

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