Wenn's laut wird im ruhigen Norden...

michaRECKLINGHAUSEN/HERTEN. Fußgänger und Autofahrer vorsicht am Samstag nahe der Halle Nord: ab 19.30 Uhr droht es dort etwas lauter zu werden als gewöhnlich. Der SV Westerholt gastiert im Verbandsliga-Derby bei der PSV Recklinghausen.

Ein Duell zweier traditionsreicher Vereine, das seinen Reiz nicht nur aus der Vergangenheit bezieht, sondern aus der Tatsache, dass sich zwei grundverschiedene Entwürfe gegenüber stehen werden.
Hier der Gast mit seinem lautstarken Anhang, mit seinen vielen mitunter auch kritischen Fans. Ein Verein, in dessen Umfeld immer auch eine latent hohe Erwartungshaltung vorherrscht.


Dort die PSV. Ein Verein, der in sich ruht, in guten wie in schlechten Zeiten. Der sich allenfalls selbst Stress bereitet, weil er – für manche überraschend – auf einmal ein gehöriges Wörtchen mitzureden scheint im Kampf um den Aufstieg.
„Bemerkenswert“ findet den Recklinghäuser Höhenflug jedenfalls sogar Co-Trainer Christian Pieper. „Wenn man von zwei Positionen absieht, spielen wir aktuell mit der Truppe, die sich vor einem Jahr noch so schwer getan hatte.“ Doch diese Positionen haben es in sich. Rückkehrer Christian Jacoby glänzt mit bislang 49 Toren, und auch Keeper Michael Rietdorf, der vor der Saison auch in Westerholt im Gespräch war, erweist sich als zunehmend wertvoller Rückhalt.
Vor zwölf Monaten galt der bange Blick im Recklinghäuser Norden noch der Abstiegszone, diesmal hat sich die PSV zwei Zähler hinter Spitzenreiter Eintracht Hagen II eingereiht. Beachtlich.
Aber wo geht’s wirklich hin in dieser Saison? In einer Spielzeit, in der viele auf die Rückkehr des verletzten Thomas Brannekämper hoffen? „Stress“, sagt Christian Pieper, „machen wir uns keinen. Aber dass wir stark genug sind, um bis zuletzt vorne dabei zu sein, das glauben wir schon.“
Eine Niederlage gegen den SV Westerholt käme da natürlich zur Unzeit. Ganz ausschließen will Christian Pieper nichts. „Wenn vor jedem Spiel immer schon alles gegessen wäre, bräuchte man gar nicht erst zu spielen“, meint „Piepsi“. Natürlich sei es schon eine besondere Partie, die am Samstag bevorsteht. „Mehr Zuschauer als sonst, eine größere Presse, Emotionen“, das alles seien die „Zutaten“, die ein Derby doch erst interessant machten. „Da willst du nicht so einfach verlieren.“
Verlieren kommt natürlich auch für Westerholts Coach Uwe Bekston nicht infrage. Obwohl er betont, dass „die PSV Recklinghausen Favorit“ und eine „Mannschaft stelle, die über Jahre gewachsen ist“. Und die für Bekston nicht unerwartet oben mitspielt.
„Die PSV ist sehr stabil,. Wenn aber Thomas Brannekämper zurückkehrt, wäre das das Sahnehäubchen. Dann sind sie mit Hagen absoluter Titelfavorit.“ Von einem solchen Status sieht der Westerholter Trainer seine Sieben noch weit entfernt.
Nach zwei Niederlagen in Serie fordert Bekston klipp und klar: „In der Defensive dürfen wir uns nie wieder so schwach präsentieren. Zumal die PSV einen noch stärkeren Rückraum als zum Beispiel Dortmund hat.“
Abwehr-Fehler abstellen, Wurfschwächen ausmerzen – dann kann es auch in der Sporthalle Nord was werden. Glaubt zumindest der Coach: „Ob es dann auch zum Sieg reicht – abwarten.“

PSV Recklinghausen - SV Westerholt
Sa., 19.30 Uhr; Halle Nord (Halterner Straße)

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