Häußler denkt ans Aufhören

Ostern ist noch weit weg. Beim Handball-Verbandsligisten PSV Recklinghausen hat die große Suche aber bereits begonnen. Nicht die nach Ostereiern. Die nach der Form und nach Punkten. Und wohl auch nach einem neuen Trainer für die nächste Saison.

Am Donnerstag hatte Ingo Häußler mit dem neuen Sportlichen Leiter Harry Heckel ein erstes Sondierungsgespräch geführt. „Ich habe mit offenen Karten gespielt und gesagt, dass ich in Zukunft wohl noch weniger Zeit haben werde als jetzt und dass der Verein nach Alternativen Ausschau halten sollte“, so der Spielertrainer auf Anfrage des Medienhauses Bauer.
Häußler hat in Bocholt eine neue berufliche Herausforderung als Selbstständiger gefunden. Bereits jetzt kann der Linkshänder nicht bei jeder Trainingseinheit dabei sein.
Häußler, dessen Team von Platz zwei nach sechs Niederlagen in Serie ins graue Mittelfeld der Verbandsliga abgerutscht ist, hinterfragt sich angesichts der anhaltenden Ergebnis-Krise allerdings auch selbst: „Bin ich noch der richtige Mann, kann ich die Mannschaft noch richtig motivieren? Diese Frage stelle ich mir natürlich auch.“

Fakt ist, dass der Verbandsligist aus dem Recklinghäuser Norden zuletzt weit hinter den Erwartungen zurück geblieben ist.
Wobei Ingo Häußler die Sache etwas differenzierter sieht: „Ich weiß nicht, ob wir vor der Saison wirklich ein Titelkandidat waren. Dagegen sprachen die langwierigen Verletzungen von Thomas Brannekämper und Gerwin Pommerenke, dazu war überhaupt nicht absehbar, ob Karsten Kremling regelmäßig würde spielen können oder auch ich selbst.“
Letzten Endes habe die Mannschaft lange von der Anfangseuphorie gelebt, sei jetzt aber in ihren Möglichkeiten deutlich zurückgefallen. Häußler: „Irgendwas war zuletzt immer. Vor ein paar Wochen fehlte Stephan Milles, davor war es Christian Jacoby. Alles Probleme, die wir sicher nicht alleine haben. Uns fehlen aber einfach die Alternativen. Wir haben zur Zeit nur eine erste Sechs, und auf die haben sich die Gegner mittlerweile ganz gut eingestellt.“
Dass die PSV vom Titel- zum Wackelkandidaten geschrumpft sei, das sieht der Spielertrainer aber nicht: „In zwei Wochen wird Stephan Milles wieder fit sein, dazu ist absehbar, dass Thommy Brannekämper wieder dabei sein wird. Wir werden unsere Punkte schon noch holen.“
Darauf hofft auch der Sportliche Leiter Harald Heckel. Die Suche nach einem potenziellen Häußler-Nachfolger hat er derweil begonnen. „Wir haben ein paar Kandidaten im Auge. In den nächsten zwei, drei Wochen wollen wir Klarheit haben.“
Heckel könnte sich vorstellen, Ingo Häußler weiter an die PSV zu binden. „Vielleicht gibt es eine Lösung, bei der Ingo mit ein wenig Abstand sagt, dass er mit anpacken kann.“ Er habe in dieser Saison gezeigt, dass er der Mannschaft als Spieler sehr wohl eine Stütze sei.
Eine Möglichkeit wäre es, den Linkshänder als spielenden Co-Trainer unter einem neuen Mann einzubinden. Eine Variante, über die sich der aktuelle Spielertrainer ebenfalls Gedanken macht: „Ausschließen will ich erst mal nichts.“
Überrascht von der Entwicklung in der Trainerfrage sei der Verein jedenfalls nicht, wie auch Harald Heckel bekräftigt: „Ich bin zwar erst kurze Zeit Sportlicher Leiter und damit in dieser Sache erst kurz voll auf Ballhöhe. Die Tendenzen deuteten sich aber wohl schon länger an. Umso besser, wenn Ingo so offen und ehrlich mit uns umgeht.“

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