Simones Rückkehr zum "Ex" fällt aus

RECKLINGHAUSEN/WITTEN. Auf seine Rückkehr in die Halle Nord an diesem Samstag hatte sich Claudio Simone schon gefreut. Auch wenn „Toto“ in den letzten Tagen allgemein wenig Grund zur Freude hatte. Schon gar nicht am letzten Samstag.
 
Da wurde Simone kurzerhand mitgeteilt, dass er ab sofort nicht mehr Trainer des Handball-Verbandsligisten TuS Bommern sei.  „Auf offener Straße, direkt vor der Geburtstagsparty meines Sohnes. Die war für mich dann natürlich gelaufen“, sagt ein sichtlich erregter Simone.

Dass der Italiener, der über Jahre als Kreisläufer und Trainer im Recklinghäuser Norden tätig war, ohnehin keine Zukunft mehr beim TuS Bommern besaß, war längst bekannt. Dass die Trennung nun aber mitten in der spielfreien Woche, dabei vorzeitig und nicht, wie angekündigt, am Saisonende erfolgte, überraschte die gesamte Liga.

Was das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht hatte, war die Suspendierung von Bastian Sonnenschein. Der sei laut Simone mehrfach aus disziplinarischen Gründen von ihm angemahnt worden. Dass Bastian Sonnenschein der Sohn des starken Mannes beim TuS im Hintergrund, Wolfgang Sonnenschein, ist, nahm der Trainer in Kauf.

Der haderte seit Monaten, dass sein Weg der konsequenten Verjüngung immer wieder von höchster Stelle torpediert worden sei. Simone fühlt sich nun in vollem Umfang bestätigt: „Jetzt zeigt sich, worum es in diesem Verein in Wahrheit geht. Es geht nicht um Leistung, sondern um Macht.“ Mit dem Verlierer „Toto“ Simone.

Welches Team der TuS am Samstag im Spiel bei der PSV Recklinghausen stellen wird, darauf ist auch Toto Simone gespannt. Kai Funke hatte sich bereits abgemeldet, nachdem das Aus für Simone am Saisonende bekannt gegeben worden war. Dem schloss sich jetzt mit Kapitän Christian Wojtek ein weiterer Spieler an. „Die Mannschaft wird auseinander brechen“, schwant dem geschassten Trainer.

So gilt der Weggang des talentierten Fabian Jung nach Hagen ebenfalls als sicher. Frappierend auch, dass die Trainerstelle in Bommern bis gestern nicht einmal interimsweise besetzt werden konnte. Co-Trainer Bernd Rieke, vom Vorstand ins Gespräch gebracht, sagte umgehend ab.

Ob sich Claudio Simone am Samstag in der Halle Nord beim Duell seiner mittlerweile beiden Ex-Vereine blicken lassen wird, lässt er offen. „Wie das Spiel auch ausgeht, zerreißen sich doch alle das Maul, wenn ich komme“, schwant ihm. Dass er ein ernsthafter Trainerkandidat bei der PSV ist, glaubt Simone nicht. „Da habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht.“

Schließlich ist der Verbandsligist aus dem Recklinghäuser Norden unverändert auf Trainersuche. PSV und Simone – für nicht wenige würde das wieder passen, zumal der Übungsleiter unverändert gute Kontakte nach Recklinghausen pflegt.

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