Die Fahrgemeinschaft

Recklinghausen. Das Duell PSV Recklinghausen gegen HSC Eintracht Recklinghausen (Sa., 19,30 Uhr, Sporthalle Nord) hat es in den letzten Jahren oft gegeben. Mit vielen verschiedenen Facetten und Ausgangspositionen. Es ist diesmal auch das Spiel der beiden Handball-Verbandsligisten, die bereits ein verlorenes Derby gegen den SV Westerholt hinter sich haben

Und wer verliert solche Begegnungen schon gerne, erst recht zweimal in einer Hinrunde. Und es ist das erste Aufeinandertreffen von zwei absoluten Führungsspielern aus beiden Lagern. Levent Cengiz vom HSC und Thomas Brannekämper von der PSV.

Der eine, Cengiz (29), hat die Niederlage gegen Westerholt noch nicht ganz verdaut. „Das habe ich immer noch im Kopf. Da hatten wir auch ein bisschen Pech. Wir hatten eine Drei-Tore-Führung, haben dann aber viele leichtfertige Fehler gemacht. Ich habe auch noch einen Siebenmeter verworfen. So kann man kein Spiel gewinnen.“ Der andere, Brannekämper (28), hatte dazu genügend Zeit, schließlich fand seine Westerholt-Erfahrung am ersten Spieltag statt. Vor dem Stadtduell ist er eher entspannt. Immerhin spielt seine Mannschaft bisher eine Saison, die viele nach einigen Abgängen so nicht erwartet hatten. „Wir sind selber auch ein bisschen überrascht. Wir liegen bisher sicher über unseren Erwartungen. Die eine oder andere Befürchtung hatte man ja schon. Aber 10:6-Punkte sehen schon einmal gut aus.“

Die beiden verbinden gemeinsame Handball-Jahre. Cengiz wechselte nach seiner Jugendzeit beim HTV Recklinghausen zur PSV. „Ein Jahr lang haben wir auch zusammen bei den Senioren gespielt“, erinnert sich Brannekämper. „Ich war zwei, drei Jahre bei der PSV. Das war eine schöne Zeit“, so Cengiz. „Da spielten noch Leute wie Achim Charfreitag oder Nils Vahnenbruck. Da hat man schon hochgeguckt und von ihnen gelernt.“

Später folgte Brannekämper Cengiz mit ein paar Jahren Abstand zum damaligen Regionalligisten VfL Eintracht Hagen. „Levent hatte auch den Kontakt zu Hagen hergestellt und war nach dem Wechsel natürlich mein erster Ansprechpartner.“ Die beiden bildeten mit ein paar anderen Akteuren eine Fahrgemeinschaft. Cengiz: „Thommy ist ein super Kerl, mit dem man viel Spaß haben kann. Ich habe großen Respekt vor ihm. Er geht dahin, wo es wehtut. Er war in Hagen nicht nur auf dem Platz, sondern auch menschlich eine Bereicherung. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass er diesen Schritt zwei, drei Jahre früher gemacht hätte.“ Dem will der Gelobte nicht widersprechen. „Sicherlich hätte ich die PSV früher in Richtung einer höheren Liga verlassen können. Aber das kann man jetzt auch nicht mehr ändern.“

Besonders ein Spiel aus der gemeinsamen Hagener Zeit ist bei Cengiz haften geblieben. 2009 qualifizierte sich der Klub durch einen 35:32-Erfolg beim TuS Spenge für die 1. DHB-Pokalhauptrunde. Brannekämper bekam bei einer Angriffsaktion einen Ellbogen ins Gesicht und verlor ein paar Zähne. Mit dem zusätzlichen Verdacht auf Kieferbruch wurde er ins Krankenhaus gebracht. „Das hat die Mannschaft zusammengeschweißt. Wir wollten für Thommy gewinnen. Und das haben wir ja auch getan.“

Das Recklinghäuser Derby ist für Brannekämper nicht mehr ganz das, was es mal war. „Bei mir persönlich bringt es nicht mehr die ganz großen Emotionen hervor. Früher war das sicherlich der Fall. Da gab es auch mehr Bezugspersonen wie einen Jörg Schomburg. Ich kenne die Jungs, die jetzt beim HSC spielen, ja kaum. Aber es ist immer noch ein Derby.“ Und das erste Spiel mit Cengiz’ Beteiligung, in dem dieser nicht auf der gleichen Seite wie Brannekämper steht. „Ich kenne ihn und seine Spielweise ja aus dem Training. Es ist aber das erste Mal, dass wir gegeneinander spielen. Er ist ein harter Hund. Vor allem in der Deckung. Ich fürchte, wir werden im Spiel ein paar Mal aufeinandertreffen.“

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