PSV verliert gegen Stadtrivalen HSC

Recklinghausen. "Sein Tempo, sein Timing reichte allemal in dieser Trainingseinheit für den HSC, die fälschlicherweise von der PSV als Meisterschaftsspiel angekündigt worden war"

Trainingswissenschaft ist ein weites, ein durchaus schwieriges Feld. Wie hoch dosiere ich die Belastungen in der Woche, um im Meisterschaftsspiel die besten Leistungen abrufen zu können? Heranwachsende bedürfen da meist genauerer Führung. Beim HSC Eintracht Recklinghausen ist Levent Cengiz für die richtige Belastung der A-Jugendlichen zuständig. Am Freitag hatte sein Team in der A-Jugend-Bundesliga Spitzenreiter Burgdorf klar bezwungen. Nur einen Tag später stand das Derby der Herren-Verbandsliga bei der PSV Recklinghausen an und Cengiz musste sich erneut von einigen besorgten Eltern anhören, dass diese eng aufeinander folgenden hohen Belastungen doch wohl nicht gut seien. Nach dem klaren, dem sicheren, dem eigentlich noch viel zu knapp ausgefallenem 29:22 (19:10)-Erfolg des HSC bei der PSV wiederholte Cengiz, was er fast schon gebetsmühlenartig den Erziehungsberechtigten mitteilt. „Die Jungs haben fünf Einheiten in der Woche. Dreimal Training. Zwei Spiele. Am Montag zum Beispiel machen wir beim Training dann nicht so viel.“ Was an dieser Stelle nicht am Spiel gegen die PSV, sondern am Burgdorf-Spiel und einer einmaligen Zusatzschicht für drei doppelt spielenden A-Jugendlichen Thomas Onnebrink, Fabian Huesmann und Björn Sankalla liegen wird. Sie hatten Vor-Abi-Feier – und kamen an diesem Wochenende aus dem Feiern nicht mehr heraus. Selten in der Vergangenheit hat eine Mannschaft das Recklinghäuser Stadt-Derby so klar dominiert, so verdient so hoch gewonnen.

PSV-Trainer Kai Müller blickte bei seiner Spiel-Analyse kurz zur Anzeigetafel, musste fast schon schmunzeln. Er wusste, dass diese Sieben-Tore-Niederlage in die Rubrik „noch gnädig ausgefallen“ fiel. „Dass wir Mitte des zweiten Abschnitts noch einmal auf drei Tore herangekommen sind, war schön für die Zuschauer.“ Mehr aber auch nicht. Ganze siebeneinhalb Minuten kam da so etwas wie Derby-Stimmung auf. Die PSV verkürzte von 12:21 (35.) auf 19:22. HSC-Trainer Frank Hermann reagierte, wechselte Levent Cengiz, Markus Witkowski, Fabian Huesmann, Björn Sankalla wieder ein. Die Eintracht schüttelte sich kurz und warf dann die PSV ohne Mühen wieder ab. Bis zur 50. Minute war alles wieder gerade gerückt und lief so weiter, wie es im ersten Abschnitt gelaufen war und eher unfreiwillig treffend von PSV-Hallensprecher Lutz Cebulla in der 29. Minute beim Stand von 9:18 aus PSV-Sicht mit einer Werbe-Durchsage für eine Rohrreinigungsfirma begleitet worden war. „Das kennt jeder: Wasser im Keller.“

Kai Müller „watete“ da schon in einer Flut von schlechten Würfen, technischen Fehlern, falschen Entscheidungen seiner Spieler und wusste gar nicht, wo er zuerst abdichten sollte, geschweige denn, wo der Haupthahn war, um einen noch größeren „Wasserschaden“ zu verhindern. Bis auf die allerdings auch nicht viel mehr als bemühten Thomas Brannekämper und Cedric Elsen hatte er keine Alternative im Team, hatte gerade Gerwin Pommerenke immer wieder Aktionen, die – um im Bild zu bleiben – eher danach aussahen, als würde er die Hähne noch etwas weiter aufdrehen. In einer Szene setze er den Ball einen Meter über das leere Tor. HSC-Torwart Stefan Haunert hatte versucht, einen Gegenstoß abzufangen, war weit herausgelaufen, konnte nicht mehr eingreifen Eine Bogenlampe hätte wohl schon gereicht.

Dass es mit einem Sieg für die PSV nichts werden würde war klar, als zum Ende des ersten Abschnitts Zeljko Troselj zwei Gegenstöße lief und erfolgreich abschloss. Er ist nicht nur 1. Vorsitzender des Vereins, sondern auch einer der Routiniers beim HSC. Er war schon mal fitter, schon mal noch schneller. Sein Tempo, sein Timing reichte allemal in dieser Trainingseinheit für den HSC, die fälschlicherweise von der PSV als Meisterschaftsspiel angekündigt worden war.

PSV: Rietdorf, Silski - Brannekämper (5), Jacoby (3), Rump (1), Kleine (1), G. Pommerenke (2), Ast, B. Pommerenke (1), Elsen (7/1), Hülsmann (2), Pieper

HSC: Haunert, Robert - L. Cengiz (1), Troselj (5/3), Sankalla (2), Onnebrink (6), Huesmann (8), Clodt, Schrief, Hettrich, Ü. Cengiz (1), Sasse (2), Witkowski (4)

Stationen: 1:4 (5.), 6:8 (15.), 8:15 (25.), 10:19 (30.), 12:21 (35.), 19:22 (45.), 19:24 (50.), 20:27 (55.)

Suchindex

Autoren

Sponsoren

Aus dem Förderverein

Bildungsspender

Kostenlos helfen!
Unser Verein PSV RE hat einen Spenden-Shop bei BILDUNGSSPENDER dem gemeinnützigen Fundraising-Portal

Weiterlesen ...