HSC Eintracht zieht an der PSV vorbei

Recklinghausen. Es hat zwischen der PSV Recklinghausen und dem HSC Eintracht Recklinghausen gewiss schon Derbys gegeben, die prickelnder und aufregender waren. Im ersten Aufeinandertreffen der Verbandsliga-Saison 2011/12 setzte sich der HSC am Samstagabend in der Sporthalle Nord vor 290 Zuschauern mit 29:22 (19:10) durch.

Ein Sieg des Favoriten? Wohl schon. Eine Erklärung dafür lieferte auch der Trainer des Verlierers. „Der HSC ist in der Spitze besser als wir und in der Breite sowieso. Wenn die mal wechseln, merkt man es nicht“, sagte PSV-Coach Kai Müller, der in den ersten 30 Minuten einen ganz schwachen Auftritt seines Teams gesehen hatte. Er ärgerte sich, weil sich seine Mannschaft nicht an die taktischen Vorgaben gehalten hatte, nämlich aus der Deckung heraus Tempo zu machen. „Wir sind zwar personell dezimiert, aber die Leute, die fit sind, müssen sich an die Vorgaben halten“, sagte Kai Müller. „Und wir haben zu früh versucht, über den Kreis zu spielen. Dadurch haben wir Bälle verloren.“
Nachdem der HSC Eintracht vor allem wegen der vielen Fehler des PSV-Angriffs zu zahlreichen Gegenstoß-Treffern gekommen war und ein Neun-Tore-Polster zur Pause herausgeworfen hatte, reagierte der Gastgeber mit einem Torwart-Wechsel: Der 21-jährige Michael Rietdorf kam für den 42-jährigen Routinier Christof Silski und parierte, als sich seine Vorderleute schon auf vier Treffer herangearbeitet hatten, einen Siebenmeter. Anschließend verkürzte Cedric Elsen den Rückstand sogar auf drei Treffer, so dass der HSC Eintracht nach 43 Minuten nur noch mit 22:19 vorne lag, zu diesem Zeitpunkt der zweiten Halbzeit eine Bilanz von 3:9 hatte und schließlich auch den Torwart tauschte: Rico Robert kam für Stephan Haunert.
Auf seiner Bank wurde es Trainer Frank Hermann nun langsam ungemütlich. Er war überhaupt nicht mehr zufrieden. „Wir haben in der zweiten Halbzeit 15 Minuten eine Auszeit genommen“, sagte der HSC-Coach später. „Durch unnötige Ballverluste haben wir die PSV stark gemacht. Das geht nicht. Wir müssen einfach cleverer sein.“
Um die Wende zu erzwingen, entschied sich PSV-Trainer Kai Müller dafür, die Eintracht-Rückraumspieler Markus Witkowski und Thomas Onnebrink durch Vincent Rump und Christian Jacoby eng decken zu lassen – allerdings nur kurzzeitig, was auch daran lag, dass die Gäste nun häufiger in Überzahl waren.
Bis zur 48. Minute hielt die Hoffnung des Müller-Teams noch (19:23), dann aber knüpfte es nahtlos wieder an seine Leistung der ersten halben Stunde an. Und so hatte der HSC Eintracht, der im achtmaligen 18-jährigen Torschützen Fabian Huesmann auch den besten Werfer des Derbys hatte, letztlich wenig Mühe zu demonstrieren, wer in diesem Spiel die bessere Mannschaft war und zurzeit die Nummer eins in der Stadt ist. So richtig glücklich war HSC-Trainer Frank Hermann nach dem fünften Saison-Sieg und dem Sprung in der Tabelle vorbei am Lokalrivalen dennoch nicht. „Das Spiel“, sagte der 47-Jährige, „hätte besser ablaufen müssen.“ 

PSV Recklinghausen: Silski (1.-30), Rietdorf (31.-60.) – Brannekämper (5), Jacoby (3), B. Pommerenke (1), Rump (1), Kleine (1), G. Pommerenke (2), Ast, Elsen (7/1), Heckel, Hülsmann (2), Pieper.

HSC Eintracht Recklinghausen: Haunert (1.-48.), Robert (48.-60.) – Onnebrink (6), Huesmann (8), Sankalla (2), L. Cengiz (1), Hettrich, Schrief, Troselj (5/3), Sasse (2), Ü. Cengiz (1), Clodt, Wirtkowski (4).

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