PSV I verliert in Westerholt knapp

Recklinghausen.Es gab eine Phase im Derby der Handball-Verbandsliga, da musste man sich schon durch einen Blick auf die Anzeigetafel des Zwischenergebnisses vergewissern. Da hatte die Begegnung eine ganz eigene Dynamik, die so manchen Sympathisant der PSV Recklinghausen auf die Überraschung gegen Tabellenführer SV Westerholt hoffen ließ. Diese Dynamik täuschte. Irgendwann war sie dann auch komplett verschwunden. Am Ende waren es wie schon Hinspiel die Westerholter, die mit 30:26 (14:12) gewannen.

Auslöser dieser Dynamik, die in der ersten Hälfte ihren Lauf nahm, war Torhüter Christof Silski. Bis Mitte des Durchgangs hielt er seine Mannschaft in Führung. Während Trainer Kai Müller an der Seitenlinie noch wegen Ballverlusten zürnte, prallte ein Tempogegenstoß nach dem anderem an ihm oder um ihn herum ab. Vor allem Westerholts Linksaußen Lars Preuß rannte zu Beginn immer wieder an. Das Resultat blieb unverändert. Parade, Adrenalin, Aufbäumen, Körpersprache. „Da haben wir uns selber geschadet“, ärgerte sich Westerholts Coach Uwe Bekston.

Bis zur 13. Minute, da führte die PSV mit 7:5, schien der Plan von Müller aufzugehen. Mit Christopher Klasmann und Philipp Jacob ließ er vom Anwurf weg zwei Schlüsselspieler in Manndeckung nehmen. Bekston zollte seinem Kollegen dafür Respekt. „Das hat Kai clever gemacht.“ Dabei hatten die Recklinghäuser erneut auf einige Stammkräfte verzichten müssen, nahmen mit Roland Lange und Christoph Ast zwei Akteure aus dem Bezirksliga-Team in den Kader, das direkt zuvor noch gegen die HSG Gelsenkirchen verloren hatte.

So sehr diese Dynamik für die PSV sprach, Westerholt ließ sich nicht abschütteln. In der Offensive fehlte den Recklinghäusern zudem über weite Strecken die ganz große Durchschlagskraft. Am besten fuhr das Team mit Anspielen an den Kreis, wo Carsten Kremling ein gutes Spiel machte. Doch auch das gelang noch zu selten, um den Spitzenreiter bis zum Schluss in Schach zu halten. Bekston: „Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie im Laufe eines Spiels lernt. Sie hat gut reagiert.“ Immerhin gestalteten die Recklinghäuser die Partie noch bis Mitte der zweiten Hälfte offen. Dann aber zogen die Westerholter, bei denen schließlich auch Torjäger Klasmann das Tor-Fließband anstellte, peu a peu davon. Die Fehler der Recklinghäuser wurden dann auch konsequenter ausgenutzt. Mit dem 27:21 war die Vorentscheidung gefallen.

Gänzlich unzufrieden war Müller nicht. „Die Jungs haben lange dagegengehalten. Vier Tore Unterschied sind okay, acht oder neun wären zu viel gewesen. Ich fand uns in der ersten Hälfte pfiffiger als Westerholt. Mit so einer Leistung und Einstellung werden wir gegen andere Gegner, die nicht so stark sind wie Westerholt, etwas holen können.“ Und für die Westerholter folgten nach der Schlusssirene noch zwei freudige Nachrichten. Die erste, dass Verfolger OSC Dortmund bei Borussia Höchsten strauchelte und den Westerholter Vorsprung, Höchsten ist jetzt Zweiter, auf drei Zähler anwachsen ließ. Die zweite, dass der SV Westerholt den Klassenerhalt erreicht hat. Mit 24 Punkten ist den vergangenen zehn Jahren keine Mannschaft mehr abgestiegen. Am engsten ging es noch in der Vorsaison zu. Da reichten drei Mannschaften eben jene 24 Zähler zum direkten Ligaverbleib. Unter anderem auch den Westerholtern.

PSV Recklinghausen -
SV Westerholt26:30

PSV: Silski, Rietdorf - Brannekämper (4), Pieper, Kleine (1), Kremling (9), G. Pommerenke (1), Rump, Kriegeskorte, Elsen (9/3), Ast, Lange (2)

Westerholt: Maiß, Hess - Preuß (2), Jacob (2/1), Fa. Hentschel (2), Leibner (2), Lichte (7), Klasmann (7), Brinker (6), Dalian (2), Bekston, Schmedt, Fr. Hentschel, Müßner

Schiedsrichter: Blümel/Schlesiger (Hagen)

Stationen: 5:2 (6.), 7:7 (18.), 11:11 (26.), 17:17 (39.), 19:24 (50.)

Suchindex

Autoren

Sponsoren

Aus dem Förderverein

Bildungsspender

Kostenlos helfen!
Unser Verein PSV RE hat einen Spenden-Shop bei BILDUNGSSPENDER dem gemeinnützigen Fundraising-Portal

Weiterlesen ...