Ein Silski alleine reicht nicht

PSV unterliegt im Kreisderby Westerholt mit 26:30

RECKLINGHAUSEN. 17 Minuten waren Samstagabend in der Halle Nord gespielt, als sich auf den Rängen endlich etwas Derbystimmung breit machte. Christof Silski, der Fels in der Brandung beim Handball-Verbandsligisten PSV, ballte die Fäuste und ließ einen wahren Urschrei folgen.

Soeben hatte Westerholt den vierten Tempogegenstoß in Serie „verdaddelt“ – unter Silskis tatkräftiger Mithilfe. Viermal war Lars Preuß nun schon alleine aufs PSV-Tor zugelaufen, hatte dabei neben das Gehäuse geworfen und an die Latte – und zweimal seinen Meister in Silski gefunden. 7:7 stand es zu diesem Zeitpunkt, doch irgendwie war zu erahnen, dass das nicht lange gut gehen würde.

Silski gegen alle – so könnte man das Derby untertiteln, das die PSV am Ende dann doch erwartungsgemäß und ziemlich unspektakulär mit 26:30 (12:14) verlor.

„Uns fehlen einfach ein, zwei Alternativen“, meinte am Ende der „Mann des Spiels“, Christof Silski – die Niederlage zum Trotz. „Westerholt konnte einfache Tore werfen, wir mussten uns jeden Treffer hart erarbeiten.“ Unzufrieden zeigte sich „Pimmok“ aber nicht: „Mit der Leistung sollten wir noch die nötigen Punkte holen.“

Respekt für einen couragierten Recklinghäuser Auftritt gab es auch vom Gegner. Westerholts Trainer Uwe Bekston etwa lobte: „Die haben das richtig gut gemacht.“

Gemeint war unter anderem die variable Abwehrvariante, mit der Recklinghausens Trainer Kai Müller ins Spiel startete. Die PSV deckte entweder 5:1 oder 4:2, nahm wechselweise oder zusammen Spielmacher Philipp Jacob und Rückraumschütze Christopher Klasmann aus dem Spiel. Eine Variante, die den Gästen lange Zeit überhaupt nicht behagte.

Zumal die Recklinghäuser in den ersten 30 Minuten auch noch eine gute Trefferquote aufwiesen und in Silski – mit 13 Paraden alleine in Durchgang eins – einen bärenstarken Rückhalt hatten.

Es sollte dauern, ehe der Spitzenreiter ins Spiel fand. Die erste Westerholter Führung datierte aus der 28.(!) Minute, als Michel Brinker das 12:13 erzielte. Und das spricht hernach für die Stabilität des Westerholter Ensembles: Fortan war der Gäste-Erfolg vor gut 200 Zuschauern nie mehr ernsthaft in Gefahr.

Mit 12:14 ging es in die Kabinen und mit Ausnahme eines kurzen Aufbäumens bei der PSV war das Derby dann doch eine mehr oder weniger klare Angelegenheit. Carsten Kremling, immer wieder gut in Szene gesetzt von Thomas Brannekämper, der allerdings noch immer verletzungsbedingt alte Shooterqualitäten vermissen ließ, erzielte für die PSV das 17:17 (39.). Doch drei Minuten später war es wieder vorbei mit der Recklinghäuser Herrlichkeit.

Vier Westerholter Treffer in Serie zum 17:21 und der Drops war gelutscht. An eine Überraschung hatten ohnehin nur die allerwenigsten in der Halle Nord geglaubt, und so war auch PSV-Coach Kai Müller trotz der Niederlage ziemlich aufgeräumt: „Ich denke, das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf voll und ganz wider.“

Irgendwie, so sinnierte der Trainer, habe das Spiel sogar Spaß gemacht. „Ich glaube, in den ersten 15 Minuten waren wir sogar etwas pfiffiger als Westerholt“, meinte Müller, um dann zu erkennen: „Über 60 Minuten aber wird jeder Fehler von dieser Mannschaft bestraft. Deshalb geht die Niederlage in Ordnung.“

Suchindex

Autoren

Sponsoren

Aus dem Förderverein

Bildungsspender

Kostenlos helfen!
Unser Verein PSV RE hat einen Spenden-Shop bei BILDUNGSSPENDER dem gemeinnützigen Fundraising-Portal

Weiterlesen ...