HSG vergibt die klarsten Chancen

LÜDENSCHEID – Das Leistungsniveau war lange mäßig, die Spannung dramatisch hoch, die Form der Unparteiischen – gelinde gesagt – suboptimal. Beim 24:24 (12:15)-Remis der HSG Lüdenscheid gegen die PSV Recklinghausen jagten die Hausherren den Anhang durch ein Wechselbad der Gefühle.

Das „HSG-Trauma“ am Samstagabend: Florian Füller und Co. vergaben „frei durch“ gleich reihenweise.

Mit dem Remis – dem zweiten in Folge gegen einen punktgleichen Konkurrenten – konnte die HSG unterm Strich leben, hatte sie doch erst in Minute 51 die erste Führung herausgearbeitet (23:22), war sonst beharrlich einem Rückstand hinterhergelaufen. Weniger aber mit der gebotenen Leistung, die verheißt Trainer Friedhelm Ziel noch jede Menge Feinjustierung. In Halbzeit eins passte gar nichts, erst nach Wiederanwurf waren die Bergstädter dann konzentrierter. Dass es dennoch nicht zum Sieg gegen einen sportlich diesmal nur biederen Gast aus dem Vest reichte, schreibt die HSG auch einem erheblichen Ungleichgewicht im Bemessungsraum der Oberliga-Unparteiischen Cyffer/Wiebusch (Dortmund) zu: 9:3 hieß die Zeitstrafenbilanz zugunsten der Polizisten, 9:2 gar die Strafwurfquote – angesichts des Spielverlaufs absolut unverständlich.

Benachteiligung hin oder her: In der schwachen ersten Hälfte leistete sich die HSG viele Ballverluste, kassierte hinten in nur 18 Minuten sechs Siebenmeter und drei Zeitstrafen – zweimal Voss, der deshalb nur noch selten auf dem Parkett stand –, weil die Gastgeber einen Doppelwechsel scheuten. Die HSG schien überhaupt nicht „wach“, hätte dennoch nie und nimmer mit 12:15 zur Pause zurückliegen dürfen. Denn vorne lag der Hund begraben: Füller (3), Dornbach (2), Luft (2) und Gruber scheiterten allesamt am „1-gegen1-Meister“ Silski im PSV-Tor. Hinzu kam eine von Voss vergebene Marke. Die HSG hätte führen müssen, steigerte sich aber nach Wiederbeginn gewaltig: Plötzlich stand die aggressive Deckung, ließ nur noch neun Gegentore zu. Plötzlich war auch der Rückraum da: Opitz führte klug Regie, der zuvor schwache Bölling sowie ein ganz starker Baberg machten Druck und Tore, sahen sich phasenweise gar einen ungewohnten doppelten Manndeckung gegenüber. Beim 17:17 (36.) hatten die Gastgeber erstmals ausgeglichen, vergaben nach wie vor aber zu viele „leichte“ Chancen. Dennoch: Beckmanns Gegenstoßtor zum 24:23 bedeutete die zweite Führung. Es folgten bei einer zwischenzeitlichen doppelten Unterzahl und Auszeiten auf beiden Seiten 6.38 Minuten ohne HSG-Treffer, während PSV (55.32 Minuten) final ausglich.

HSG: Bahr, Kapp (ein Siebenmeter) – Schürfeld, Luft, Füller (3), Baberg (6), Gruber, Bölling (5), Dornbach (1), Opitz (3), Beckmann (1), Schnippering (n.e.), Misossec (n.e.), Voss (4/1)

PSV: Silski (1.-52.), Rietdorf (ab 52.) – Brannekämper (4), Jacoby (11/7), B. Pommerenke (n.e.), Rump (1), Kleine (1), G. Pommerenke, Kriegeskorte, Elsen (1), Hülsmann, Pieper (5/1), Kremling (1)

Schiedsrichter: Cyffer/Wiebusch (Dortmund)

Zeitstrafen: HSG 9 – PSV 3

Besondere Vorkommnis: rote Karte gegen Bölling (HSG/55.11) nach dritter Zeitstrafe

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