Häußler trifft sein altes Team

Herten/Recklinghausen. Das ganz große Kribbeln fehlt. Am Samstag (19 Uhr, Halle am Bahnhof) ist seine alte Mannschaft zu Gast an seiner neuen Wirkungsstätte. Der SV Westerholt empfängt die PSV Recklinghausen. Und Ingo Häußler, bis zur vorletzten Saison vier Jahre lang als Spieler und Trainer bei den Recklinghäusern aktiv, ist als Coach des Tabellenzweiten der Handball-Verbandsliga mittendrin. Nicht als Spieler, nicht als Spielertrainer, sondern einfach nur als Trainer. Ganz ohne Kribbeln.

 

„Ich bin vor dem Spiel nicht nervöser als bei irgendeinem anderen Spiel“, sagt der 34-Jährige. „Ich habe keinen Stress mit den Jungs bei der PSV. Es ist einfach ein Spiel, das wir vom Tabellenstand her gewinnen müssen. Wenn wir verlieren, wird es mich aber doppelt wurmen.“

Einfluss darauf wird er aber ausschließlich von der Bank aus nehmen. „Ich habe aber genug Vertrauen in die Jungs. Ich würde der Mannschaft im Moment auch gar nicht helfen. Das ist auf der Bank anders. Das hat man in den letzten Spielen gesehen, als wir gegen Ladbergen den Mittelmann in Manndeckung genommen haben und Philipp Jacob wieder dabei war, nachdem er anfangs ja nicht so viel gespielt hat. Ich weiß nicht, ob ich mir so viele Gedanken gemacht hätte, wenn ich selbst gespielt hätte.“

Ein Spiel der PSV hatte Häußler in der vergangenen Saison, als er als Trainer in Bocholt tätig war, nicht sehen können. In dieser Spielzeit beobachtete er bereits zwei. Das Stadtduell beim HSC Eintracht Recklinghausen und die Partie gegen Tabellenführer TuS Volmetal. Bis auf den erst kürzlich verpflichteten Kay Sodys („Ihn kenne ich noch nicht“) ist er mit der Mannschaft vertraut. Auch mit den vor der Saison vom SV Schermbeck zur PSV gekommenen Gebrüdern Bell, Niklas und Frederik, verbindet Häußler etwas. „Bei Burkhard Bell, ihrem Vater, habe ich das Handballspielen gelernt.“

Die Recklinghäuser gehen die Partie recht entspannt an. Nach drei Duellen in Folge mit direkten Kontrahenten aus dem Tabellenkeller steht die PSV vor zwei Kräftemessen mit Spitzenteams. Erst Westerholt, dann der OSC Dortmund. „Wir frühstücken erst einen, dann den anderen“, flachst Trainer Kai Müller. „Es ist klar, wer der eindeutige Favorit ist. Die Tabelle lügt nicht so ganz. Westerholt spielt mit um den Aufstieg und wir bemühen uns um den Anschluss ans Mittelfeld. Alles andere als ein deutlicher Erfolg für Westerholt wäre eine halbe Sensation.“

Dass eine Mannschaft von unten eine von oben besiegt, ist natürlich kein neues Konzept. Vielmehr ist es eines, dass die Westerholter mit der Pleite beim TV Schwitten in dieser Saison bereits am eigenen Leib erfuhren. Die PSV, bei der am Samstag möglicherweise Thomas Brannekämper aufgrund eine Reizung des Knies fehlen wird („Wir müssen beim Aufwärmen sehen, ob es Sinn macht“) setzte sich übrigens deutlich gegen die Mendener durch. Und auch in der Halle am Bahnhof „werden wir nichts abschenken. Der Druck ist für uns nicht so hoch. Wir können frei aufspielen. Allerdings hat Westerholt schon eine höhere Qualität als wir. Und das nicht nur bei einem Spieler, sondern bei mehreren. Sie sind eingespielt, haben sich nur dezent verstärkt. Sie haben mit Ralf Willam einen guten Kreisläufer dazugeholt und Janis Braun scheint ja auch angekommen zu sein.“

Das gilt auch für Häußler, der sich bereits mit den Eigenheiten des SV Westerholt vertraut gemacht hat. „Ich bin ganz gut angekommen. Der Vorstand und die Leitung des Vereins ist hier intensiver als bei anderen Vereinen. Wir kooperieren sehr gut. Mit der Mannschaft verstehe ich mich auch richtig gut.“ Umso einfacher wird es ihm wohl fallen, seinem Team den Weg zum Sieg gegen seinen alten Klub zu vermitteln. Schließlich kann er auf eine Begleiterscheinung einer Niederlage verzichten. „Da müsste ich mir nachher einiges anhören.“

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