„Papa Molles“ voller Kalender

Recklinghausen. Ehrenamtliche Helfer werden im Sport immer gesucht. Gefunden aber wesentlich seltener. In einem Gedicht heißt es: „Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt Dir geben!“ Wilhelm Mosdzien hat sich davon jedoch nie abschrecken lassen. In der Recklinghäuser Handballszene kennt ihn eigentlich jeder, ob als Zeitnehmer, Wischer oder Betreuer. Der Samstag ist auch für ihn, der seit zwanzig Jahren dabei ist, etwas besonderes. Wegen der „drei Straßenderbys.“

Ab 15.45 Uhr steigen in der Sporthalle Nord drei Lokalduelle in Folge. Von der 1. Kreisklasse (PSV III gegen die SG Suderwich), über die Bezirksliga (PSV II gegen den HTV Recklinghausen und bis zur Verbandsliga, wo die PSV ab 19.30 Uhr auf den HSC Eintracht Recklinghausen trifft. „Papa Molle“ wird ab Samstagnachmittag wieder einen vollen Terminkalender haben.„Normalerweise bin ich neutral“, sagt er. Im „großen“ Derby wird er aber der PSV die Daumen drücken. Am Zeitnehmertisch sitzend, versteht sich. „Ich bin ja auch bei der PSV gemeldet.“ Ansonsten springt er auch gerne beim HSC, dem HTV oder der ETG, wo er einst durch seinen Sohn Sven zum Handball kam, ein. „Sobald ich Zeit habe und es Wochenende ist, will ich in die Halle.“ Seiner Frau macht das nicht viel aus, erklärt er. „Sie sagt nichts dazu. Mein Sohn hat ja auch Handball gespielt und ihr Bruder stand im Tor. Wenn ich zum Fußball gehen würde, wäre das sicher etwas anderes.“

Über die Jahre hat er viele Trainer und Spieler kennengelernt. Der ein oder andere hat mal gemeckert, echte Probleme gab es aber nie. „Da bin ich die Ruhe selbst.“ Auch Herausforderungen, wie die Teilnahme der PSV-Frauen an der 2. Bundesliga oder die der A-Jugend des HSC an der Bundesliga, ging er ganz entspannt an. „Für die A-Jugend-Bundesliga musste ich auch ein paar neue Dinge lernen. Das waren aber nur fünf Seiten. Ich bin ja auch geistig noch ganz fit.“ Durch seine früheren Tätigkeiten im Bergbau und als Verkaufsfahrer („Durch den Bergbau hatte ich weniger körperliche Probleme“) hat er Probleme mit dem Rücken, ans Kürzertreten denkt er aber noch nicht. Auch seinen 75. Geburtstag im nächsten Jahr möchte er nicht als perfekten Zeitpunkt zum Aufhören sehen. Ganz im Gegenteil. „Als ich 74 geworden bin, habe ich 200 Glückwünsche bekommen. Die habe ich auch alle gelesen. Das ging um Mitternacht schon los.“ Jochen Schlüter, der 2. Vorsitzende und Jugendleiter des HSC, erinnert sich Mosdzien, hat mal über ihn gesagt: „Wer Molle nicht kennt, hat den Westfalen-Handball verpennt.“

Sein fünfjähriger Enkel Jakob spielt auch schon Handball. Mosdzien, der nahe der Overberghalle wohnt, bringt ihn regelmäßig zum Training. Beim HSC. Aus praktischen Gründen. „Die PSV ist dafür zu weit weg. Hildegard Schlüter kann aber auch gut mit den Kleinen umgehen. Mir gefällt es, Jakob gefällt es. Und das ist ja auch wichtiger.“

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