Die Eintracht verliert das Derby

Recklinghausen. Die PSV Recklinghausen hat ihre jahrelange Derby-Durststrecke beendet. Gegen den HSC Eintracht Recklinghausen hatte sie am Ende denkbar knapp mit 26:25 (14:14) die Nase vorne. Es war ein packendes, ein spannendes Verbandsliga-Spiel. Vor allem aber war es ein äußerst ereignisreiches Stadtduell.

 

Die Mannschaften schenkten sich nichts und die Schlussminuten werden den in der Sporthalle Nord anwesenden Zuschauern wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Nach der Partie wurde jedenfalls noch lange diskutiert und erhitzte Gemüter abgekühlt.

Die Eintracht hatte über weite Strecken Vorteile. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase lag die Mannschaft von Trainer Dieter Lenz bis gegen Ende des Durchgangs vorne, kurzzeitig sogar mit fünf Treffern. Sie präsentierte sich aus dem Rückraum heraus wesentlich treffsicherer als die Gastgeber, die eher über die erste und zweite Welle zum Erfolg kamen. Das gelang kurz vor der Pause immer besser. Mit einem 14:14 ging es in die Kabinen.

In Hälfte zwei sah die Eintracht dann lange wie der Sieger aus. Nach und nach baute das Team seinen Vorsprung aus, zwischenzeitlich hatte die PSV zum 18:18 ausgeglichen, so dass rund fünf Minute vor Schluss ein 25:21 heraussprang. Die Eintracht verlor Markus Witkowski nach der dritten Zeitstrafe und auch die Kontrolle über das Spiel. PSV-Coach Kai Müller ließ sein Team während der letzten Zeigerumdrehungen eine offene Deckung praktizieren, mit der die Eintracht nicht zurechtkam. Ihr gelang kein Treffer mehr. Mit Christian Jacobys Anschlusstreffer zum 24:25 sollten turbulente Schlussminuten ihren Lauf nehmen. Lenz hatte in dieser Drucksituation erstmals im Spiel den jungen Nick Andersen gebracht und der führte sich mit einem Fehlpass ein. Der Gegenstoß endete beim starken HSC-Keeper Stephan Haunert, der auch den Nachwurf parierte. Andersen kam in Ballbesitz doch verlor den Ball direkt wieder. PSV-Kreisläufer Hans Müller nutzte das zum Ausgleich. Müller war es dann auch, der Andersens dritten Ballverlust zum Siegtreffer in letzter Sekunde nutzte. Lenz: „Den Jungen trifft keine Schuld. Das nehme ich auf meine Kappe.“ Anders gelagert war der Fall bei Levent Cengiz. Der verpasste Kay Sodys fast zeitgleich zum Siegtreffer der PSV einen Ellbogenschlag ins Gesicht. Dafür gab es die Rote Karte und nun auch eine Sperre.

PSV Recklinghausen -
HSC E. Recklinghausen 26:25

PSV: Rietdorf, N. Bell - Elsen (1), Brannekämper (5), Sodys (1), F. Bell, Stöckmann, Müller (5), Jacoby (11/7), de Bruyn, Kleine (3)

Eintracht: Haunert, Wuttke - Witkowski (6), Dalian (1), Andersen, Delgado (1), Rauschel, Pelzer (2), L. Cengiz (3), Onnebrink (6), Clodt (6/4), Klingenberger

Schiedsrichter: Kreuzer/Wandt (Dortmund)

Zuschauer: 400

 

Die Trainerstimmen

Kai Müller (PSV): „Wir hatten die bessere Spielanlage. Stephan Haunert war der beste Mann beim HSC. Er hat dafür gesorgt, dass es fast noch ein Unentschieden gegeben hätte. Wir haben glücklich, aber nicht unverdient gewonnen.“

Dieter Lenz (HSC): „Niederlagen gegen die PSV sind generell nicht schön, aber diese war richtig bitter. Wir haben den Sieg aus der Hand gegeben. Mit einem Punkt wäre ich am Ende zufrieden gewesen. Wenn man verliert, sollte man das mit Anstand tun.“

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